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	<title>Kai Denker &#187; Philosophie</title>
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	<description>Procrastination for Weisenheimers</description>
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		<title>Das Problem mit den Philosophen&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 16:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Einem ehemaliger Arbeitskollege, der mich gegen seinen Willen und gegen seinen ausdrücklichen Rat zur Philosophie gebracht hat, zufolge ist das Problem mit Marx nicht Marx selbst, sondern die Marxisten. Das gleiche gelte für Wittgensteinsteinianer und Wittgensteinstein, für Popperianer und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einem ehemaliger Arbeitskollege, der mich gegen seinen Willen und gegen seinen ausdrücklichen Rat zur Philosophie gebracht hat, zufolge ist das Problem mit Marx nicht Marx selbst, sondern die Marxisten. Das gleiche gelte für Wittgensteinsteinianer und Wittgensteinstein, für Popperianer und Popper&#8230; nur bei Hegel sei es anders. Hegel selbst sei das Problem.</p>
<p>Diese Redeweise sollte man vielleicht denen entgegen halten, für die die Philosophie überflüssige Laberei ist. Nicht die Philosophie ist das Problem, sondern einige Philosophen – und zwar die „Medienphilosophen“, die sich berufen fühlen, Aussagen über die Zukunft des Menschen im Informationszeitalter engagierten Journalisten aufs Band zu sprechen. Wenn man nämlich nicht aufpasst, dann kommt <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Mensch-mit-Wissen-ueberfordert-Computerchip-implantieren-1405096.html" target="_blank">sowas</a> dabei raus.</p>
<p>Übrigens: Wer vermutet, dass an dem Käse etwas substantielles sein könnte, die oder der frage sich bitte, ob die Erfindung von Zügen zur kybernetischen Verbesserung unserer Beinmuskeln geführt hätte, oder das Flugzeug zum Einbau künstlicher Flügel in unsere Körper. Beides hat allenfalls zu einer Änderung unseres Verhaltens geführt und dies ist auch für den Fall der Computertechnik die wahrscheinlichere Folge: Eher werden wir unser Bild vom Wissen ändern, als dass wir uns Chips einsetzen lassen.</p>
<p><em>PS: Wer nun immer noch glaubt, Philosophie wäre wirklich so ein Geschwätz, die oder der setze sich bitte an einer Universität in die Philosophie-Veranstaltungen, aber bitte bei richtigen Philosophen.</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=820&amp;md5=ea53d7a73cb830ecf6d3ebc1edd56045" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Bibliothek der Medienelite</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 18:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag in der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Zugegeben: Menschen neigen dazu, manchmal dummes Zeug zu schreiben. Andere neigen dann manchmal dazu, dieses Zeug etwas zu ernst zu nehmen und mit einer Aufmerksamkeit auszustatten, die das Zeug eigentlich nicht verdient. Wird dann auf solche Aufmerksamkeit noch einmal ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben: Menschen neigen dazu, manchmal <a href="http://medienelite.de/2011/07/06/temporar-hassen-und-langfristig-dagegen-sein/" target="_blank">dummes Zeug</a> zu schreiben. Andere neigen dann manchmal dazu, dieses Zeug etwas zu ernst zu nehmen und mit einer <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/07/12/der-rotz-der-unser-leben-lebenswert-macht/" target="_blank">Aufmerksamkeit</a> auszustatten, die das Zeug eigentlich nicht verdient. Wird dann auf solche Aufmerksamkeit <a href="http://medienelite.de/2011/07/13/manosphere-udo-vetter-und-die-aufklaerung/" target="_blank">noch einmal geantwortet</a>, laufen die Popcorn-Maschinen heiß. Ein besonder schönes Stück des Kampfes &#8220;Abstraktion gegen konkrete Machtverhältnisse&#8221; kann man derzeit zwischen Udo Vetter und Nadine Lantzsch beobachten. Eigentlich sollte ich mich ja auch das Mampfen des Popcorns beschränken, aber Lantzsch gibt in ihrer Replik einige schöne Ideen zum besten, die vielleicht doch einen Kommentar verdienen. Kant muss nämlich herhalten:</p>
<blockquote><p>Ich [Lantzsch] gebe zu, meine Kritik an der Aufklärung, war etwas kurz gefasst, zu polemisch, um allgemein verständlich und nachvollziehbar zu sein. Es sind ja bereits ganze Bücher darüber verfasst worden, warum die Aufklärung zuvor durch Gott legitimierte Ungleichheiten in der Gesellschaft lediglich intellektualisiert umcodiert hat. Kant war ein Rassist, der Schriften über Menschenrassen und die “wilden Ureinwohner” verfasst hat. Schriften über Weiße als “überlegene Menschen”, die Vorläufer vom Herrenrassenmodell. Das sind Tatsachen.</p></blockquote>
<p>Ja, diese Schriften mögen Tatsachen sein. Allerdings ist es auch eine Tatsache, dass Kant auf die Idee von Würde als Autonomie gekommen ist und dass Würde und Preis einander ausschließen. Die Vorstellung, dass man Würde nicht gegeneinander aufrechnen kann, ist nicht nur ein wichtiger Aspekt unserer Rechtsordnung, sondern eben auch kantisch. Das Problem an Kant ist nämlich nicht, dass er ein Rassist gewesen sei. Das Wort ist einfach falsch. Kant ist bestenfalls ein Vernunft-Chauvinist, der seine Vorstellung von Vernunft zum Maß aller Dinge gemacht hat. Vernunft ist die Basis seines Autonomie-Begriffs, ja seiner ganzen praktischen Philosophie. Der Witz am kategorischen Imperativ z.B. ist, dass er für alle vernünftigen Wesen in allen möglichen Welten gültig sein soll. Rassismus liest sich nicht wirklich so. Wenn Kant über wilde Ureinwohner schreibt, dann hat er eben Menschen vor Augen, die nicht seinem Vernunftbegriff entsprechen. Das ist sicher etwas, was man hart an Kant kritisieren muss, keine Frage, aber daraus einen Rassismus machen zu wollen, ist einfach nur Bullshit: Will man etwa die Vernunft biologisieren? Tjoa, kann man machen. Es gibt biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau. Das ist Tatsache. Wieso nicht auch zwischen deren Vernunftbegabung&#8230;?</p>
<p>Lantzschs ganze Argumentation steht auf so schwankendem Boden: Wo sie die Literatur anruft, hat sie offenbar eine nur schlecht und einseitig ausgestattete Bibliothek zur Verfügung gehabt, denn ich habe meine Kant-Ausgabe, wie gesagt, so nicht gelesen. Wo sie aber formal argumentiert, weist sie alle &#8220;abstrakten&#8221; Institutionen als machtdurchtränkt zurück. Nun, ich habe meinen Foucault auch gelesen und will dem ja gar nicht widersprechen. Es gibt kein Außerhalb der Macht. Man kann sich nun auf die Position stellen, dass entsprechend alle Institutionen böse sind und daher abzulehnen sind. Ich frage mich nur, ob die Konsequenz daraus wirklich gewollt ist: Wenn es keine Institutionen des Rechtsstaates mehr geben kann, weil wir bei jedem Autoren (ja, praktisch nur Männer) völlig zu Recht Dinge finden, mit denen wir auf härteste ins Gericht gehen müssen, dann riecht dat Janze schnell nach einem &#8220;Naturzustand&#8221;, in dem dann übrigens auch sexuelle Selbstbestimmungsrechte nicht mehr zu rechtfertigen sind &#8211; außer natürlich durch blanke Gewalt oder Abschreckung.</p>
<p>Man kann die Zivilisation ablehnen, weil Menschen nicht perfekt sind und nicht von Anfang an alles perfekt war. Oder man kann zur Kenntnis nehmen, dass der Mensch aus krummen Holz (Kant) ist und dass unsere unvollkommenen Lösungen besser sind als der mutmaßliche Naturzustand (den es ja eigentlich nie gegeben hat) und den Kampf aufnehmen, um die Institutionen der Gesellschaft zu verbessern &#8211; was auch bedeutet, das Gute zu verteidigen. Dazu müsste man sich allerdings die Finger schmutzig machen und könnte nicht mehr so &#8220;rotzige&#8221; Repliken schreiben. Allerdings gäbe es dann auch weniger Gelegenheiten für Popcorn&#8230;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=742&amp;md5=df482ecc45246c35329934a95cba01e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Denker spricht&#8230; im Lokalradio</title>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 05:47:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitalkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur weil ich mal wieder überarbeitet bin und hier nicht zum Schreiben komme, bedeutet das ja nicht, dass ich nicht woanders aktiv wäre.

Am 12. Mai 2011 sprach ich mit den Jungs von Chaos Darmstadt über Facebook und die Privatsphäre. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur weil ich mal wieder überarbeitet bin und hier nicht zum Schreiben komme, bedeutet das ja nicht, dass ich nicht woanders aktiv wäre.</p>
<p>Am 12. Mai 2011 sprach ich mit den Jungs von <a href="http://chaos-darmstadt.de/cda" target="_blank">Chaos Darmstadt</a> über <a href="https://c-radar.ccc.de/news/48/#msg" target="_blank">Facebook und die Privatsphäre</a>. Den Download-Link gibt&#8217;s <a href="http://c-radar.de/archiv/c-radar/2011/cradar-may-2011.mp3" target="_blank">hier</a> (MP3).</p>
<p><em>PS: &#8230; nur die richtige Nennung meines Studienabschlusses auf der Seite hat man nicht so ganz hinbekommen&#8230;</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=731&amp;md5=f41e9501826235832e0ec9e6c7cd4297" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was die Spackeria (nicht) versteht</title>
		<link>http://denker.net/2011/03/10/was-die-spackeria-nicht-versteht/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 09:44:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Um uns herum die Zukunft: Soziale Netze, Datensammler, Suchmaschinen, digitale Sprachverarbeitung, Bilderkennung, Vorratsdatenspeicherung. Das verängstigte Individuum wirft sich den Datenschützern an den Rock. Nur eine kleine, verwirrte Spackeria spricht es offen aus: Der Datenschutz ist tot!

Ist er das wirklich? ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um uns herum die Zukunft: Soziale Netze, Datensammler, Suchmaschinen, digitale Sprachverarbeitung, Bilderkennung, Vorratsdatenspeicherung. Das verängstigte Individuum wirft sich den Datenschützern an den Rock. Nur eine kleine, verwirrte <a href="https://spackeria.wordpress.com/">Spackeria</a> spricht es offen aus: Der Datenschutz ist tot!</p>
<p>Ist er das wirklich? Ja. Aber anders als die Spackeria behauptet.</p>
<p>Deren Texte kreisen beständig um negative Aussagen: Der Aufwand, private Daten zurückzuhalten, sei unverhältnismäßig hoch, erklärte Julia Schramm heute <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,749831,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a>. Datenschutzinteressen durch die Union hinreichend verschreckter Bürger erklärt die Spackeria in ihrem Blog mit einem eigentlich der Hackkultur vorbehaltenen Wort: „<a href="https://spackeria.wordpress.com/2011/03/09/utopie-und-feigheit-oder-warum-ich-spackeresk-bin/" target="_blank">paranoid</a>“. Dem entgegen steht der letztlich nicht weniger negative Begriff der „Transparenz“ (ebd), der Abwesenheit von allem blickversperrendem:</p>
<blockquote><p>Doch muss das wesentlich als Chance begriffen werden, einen wirklich  transparenten Staat zu schaffen. Dass dies auch die Transparenz der  Akteure bedeutet ist ein Schritt, den viele noch nicht geistig gegangen  sind. Und für die politischen Akteure heißt dies, ihr Handeln und die  möglichen Konsequenzen radikaler zu Ende zu denken. Doch wer im  öffentlichen Raum politisch agieren will, darf nicht anonym sein, darf  nicht Teile seiner Identität löschen oder löschen lassen, sondern muss  vielmehr mit dem Getanen leben lernen. Anonymität und politische  Verantwortung schließen einander aus. Vergebung ist hierbei wohl das  entscheidene.</p></blockquote>
<p>In diesem Zitat findet sich in geradezu idealtypischer Weise die Grundlage des Spackerismus: „Chance“, „radikaler zu Ende [...] denken“, „leben lernen“, „Verantwortung“ und schließlich „Vergebung“. Der ganze Spackerismus atmet eine Fortschritts- und Fundamentalitätslogik, die sich gegen das Vergessen in Form der Schaffung einer Vergangenheit als Vergangenheit wendet und schließlich, da zeitlogisch Zukunft, „Ende“ und digitale Ewigkeit verkreuzt werden, in den christlichen Begriff der Vergebung gipfelt. Sicher ist eine Theorie, die sich zu ihrer Rettung christlicher und pseudolebensphilosophischer Vokabeln bedient, entlarvt, doch liegen die Dinge nicht ganz so einfach.</p>
<p>Zur Konstruktion des Arguments bedient sich die Spackeria eines übersteigerten und ins Positive gewendeten Panoptismus, der seiner disziplinierenden Funktion gerade durch die Allgemeinheit der Transparenz beraubt ist. War der von Foucault vorgestellte (und bis zum Erbrechen in Netzdebatten wiederholte) Panoptismus Bentham&#8217;scher Prägung noch geprägt von einem Gefälle zwischen intransparentem Beobachter und dadurch umso transparenteren Subjekt, verliert der spackereske Beobachter ob seiner totalen Transparenz jeden Sonderstatus. Basierte die Disziplinierung dort auf der potentiell jederzeit stattfindenden Beobachtung, verschwindet sie hier in der aktual jederzeit und nun stets gegenseitig stattfindenden Beobachtung. Sieht man für einen Moment von der völlig fehlenden Differenzierung zwischen Beobachtung in Sinne von Anglotzen, Beobachtung im Sinne von Verstehen und schließlich Beobachtet-haben im Sinne von gewusst werden ab, die zweifellos eine eigene Betrachtung verdient und zahlreiche weitere Aporien spackeresken Denkens sichtbar und transparent machen wird, übersieht die Spackeria die Konsequenzen der unbegrenzten Kapilarisierung panoptistischer Mechanismen – ob nun symmetrisch und aktual jederzeitig oder nicht.</p>
<p>Foucault und im Anschluss daran Deleuze zur Kontrollgesellschaft beschrieben die Implikationen einer beliebig feinen Verteilung der Beobachtung und deren Umschlag in eine Selbsttechnik. Insofern ist es bizarr, wenn die spackereske Theoriebildung Anleihen bei Simmel nehmend die<a href="https://spackeria.wordpress.com/2011/03/03/die-privatsphare-und-die-datengeschutzte-gesellschaft/" target="_blank"> Privatsphäre, Öffentlichkeit und Gesellschaft in verschobenes Ganzes setzt und die „Identität“ mit einem Abstand daneben</a> stellt. Wer Christian Heller <a href="http://events.ccc.de/sigint/2010/wiki/Fahrplan/events/3844.de.html" target="_blank">auf mancher Tagung des CCC</a> zuhört, hat ohnehin das Gefühl, die subjektivierungstheoretische Debatte der letzten fünfzig Jahre hätte nicht stattgefunden. (Tatsächlich stammt der erwähnte Simmel-Text von 1908.) Zugegeben: Ein Konzept wie „Vergebung“ oder ein mit Getanem „leben lernen“ vermag vielleicht die Disziplinierung aufzuheben, doch haben diese Konzepte, wie wir alle wissen, in den letzten 2000 Jahren grandios funktioniert.</p>
<p>Aber selbst wenn man sich die recht überraschende These, dass es es jetzt endlich einmal funktionieren müsse, zu eigen machte, übersieht die Spackeria völlig, dass nunmehr vollständig öffentliches, vollständig transparentes Wissen aller über alle auch gewusst werden muss, um als Wissen gelten zu können. Für Wissen ist eben nicht Wahrheit und Begründetheit ausreichend, sondern sie muss auf von einer Wissensträgerin als Meinung gehabt werden, um Wissen zu sein. Dass ob der schieren Menge an Daten einer vollständigen Transparenz stets nur ein (vermutlich kleiner) Teil gewusst werden kann, liegt auf der Hand. Ebenso gehört es aber zum Gemeinplatz der digitalen Gegenwart, dass mittels Computertechnik Daten verarbeitet werden können und müssen, bevor sie in einer kondensiertes, gefilterten, ausgewählten und zweckmäßig zugerichteten Form Wissen werden können. Auch hier erfolgt eine <a href="https://spackeria.wordpress.com/2011/03/03/die-privatsphare-und-die-datengeschutzte-gesellschaft/" target="_blank">spackereske Selbstentlarvung</a>:</p>
<blockquote><p>Natürlich gibt es aus unserer heutigen Perspektive die <strong>angebliche Problematik</strong> der Zusammenführung von Informationen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Data_Mining">Data Mining</a>) und auch die Bewertung (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kreditscoring">Scoring</a>)  dieser, um neue Erkenntnisse in die bunte Welt der Werbebranche und  Kreditinstitute zu bringen, doch welchen <strong>gesellschaftlichen Mehrwert</strong> haben diese Daten wenn sie zwar vor der einen Personengruppe geschützt,  der Anderen aber durch Verkauf – wenn auch in anonymisierten Form –  zugeführt werden?</p></blockquote>
<p>(Hervorhebung von mir.)</p>
<p>Angesichts computerlinguistischer Methoden und ihrer staatlich geförderten Erforschung zum Zwecke der Überwachung (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/INDECT" target="_blank">INDECT</a>), nimmt es sich einigermaßen seltsam aus, von einer angeblichen Problematik zu sprechen und diese auch noch auf die Zusammenführung von Informationen zu verenden. (Dass Data Mining als Mechanismus des Information Retrieval eine ganz eigene Problematik besitzt, ist zwar richtig, soll hier jedoch übergangen werden.) Aber auch hier nimmt die Spackeria einen Ausweg und bringt den ominösen gesellschaftlichen Mehrwert in Anschlag – ein Begriff, dem sie in ihren Texten nicht gerecht wird. Aber selbst wenn man dies akzeptierte, wäre die Problematik, dass Wissen nur als gewusstes Wissen auch Wissen ist, noch immer uneingelöst. Oder um es modisch-plakativ zu sagen: Was nutzt es mir, der Gesellschaft oder wem-auch-immer, wenn Googles, Facebooks oder Friedrichs Daten offen zugänglich sind? Muss ich nicht immer noch die Algorithmen kennen, mit denen ich diese Daten sinnvoll verwenden kann? Und selbst wenn ich dieses Expertenwissen habe, muss ich dann nicht noch über die Rechenzeit und den Speicherplatz verfügen, der nötig ist, um die Algorithmen sinnvoll ablaufen zu lassen? Ist es nicht vielmehr so, dass all diese Daten ein gewaltiges Rauschen darstellen, solange ich nicht schon über diese, in unserer Gesellschaft so exklusive Wissens- und Computerressourcen verfüge?</p>
<p>Und selbst wenn all dies kein Problem wäre, stellte sich doch die Frage, ob die völlige Kenntnis aller Daten, aller Algorithmen und aller Möglichkeiten nicht doch nur die Machtinfrastruktur der Kontrollgesellschaft verdoppelte, indem ich nicht mehr von außen beobachtet und diszipliniert werden, sondern ich mich selbst auf diese Algorithmen hin optimiere, um einen möglichst großen Teil einer relevanten Ressource – sei es Geld, sei es Glückseligkeit – zu erreichen? Muss man nicht schon gehörig einen an der protestantischen Klatsche haben, um zu glauben, dass die völlige Offenheit befreit und das allumfassende System der Algorithmen schließlich dem vergibt, der rechten Glaubens an die Weisheit der Algorithmik ist? – Man verzeihe mir diese Redeweise, aber einer gewissen Komik entbehrt die Angelegenheit ja nicht.</p>
<p>Der kurzen Fassung des spakeresken Credos, der Datenschutz sei tot, ist zuzustimmen. Das Grundrecht, das vor 30 Jahren erfunden wurde, passt nicht mehr in eine Zeit, deren bestimmende Infrastruktur informationstechnisch geworden ist. Der Spackeria mag zu verdanken sein, dass sie die Diskussion befördert, doch das eigene Heil mittels religiösen Vokabulars und unter völliger Ignoranz zeitgenössischer philosophischer Diskussionen im Ende des Datenschutzes und in der totalen Offenheit aller gegenüber allen zu suchen, geht am Kern des Problems vorbei.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=708&amp;md5=565124e67a21729a64bcd86eef88f333" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Deleuze, la traduction infidèle oder so</title>
		<link>http://denker.net/2011/02/03/deleuze-la-traduction-infidele-oder-so/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 11:29:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[In der deutschen Version von Deleuze "Postscriptum über die Kontrollgesellschaft" heißt es, dass elektronische Viren und Computer-Hacker eine aktive Gefahr für die Informationsmaschinen der Kontrollgesellschaft darstellen. Dass mich diese Stelle reizt, dürfte klar sein, aber da ich eher faul ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der deutschen Version von Deleuze &#8220;Postscriptum über die Kontrollgesellschaft&#8221; heißt es, dass elektronische Viren und Computer-Hacker eine aktive Gefahr für die Informationsmaschinen der Kontrollgesellschaft darstellen. Dass mich diese Stelle reizt, dürfte klar sein, aber da ich eher faul bin, habe ich es bisher nicht allzu genau genommen, stets auch die französische Version zu lesen. Als ich kürzlich anfing, einen englischsprachigen Beitrag für eine Deleuze-Tagung zu planen, der sich auf diese Stelle beziehen sollte, war ich entsetzt, in der englischen Fassung von &#8220;computer piracy&#8221; zu lesen. War ich also der Faulheit in die Falle gegangen und einer schlechten Übersetzung aufgesessen?</p>
<p>Ein Blick in den französischen Originaltext schien das zu bestätigen: Dort nennt Deleuze &#8220;le piratage&#8221;, die Piraterie. Ist die deutsche Übersetzung also einfach nur schlecht und war ich zu naiv? Vermutlich nicht: Die Franzosen nennen Computer-Hacker unter anderem auch &#8220;les pirates informatique&#8221;. Beide Übersetzungen sind also nicht abwegig, gleichwohl spricht Deleuze von der aktiven Gefahr der Sabotage, als er weniger Zeilen über der problematischen Stelle aktive Gefahren für die energetischen Maschinen der Disziplinargesellschaften diskutiert. Weiters nennt er die <em>Störung</em> als eine passive Gefahr für die Informationsmaschinen der Kontrollgesellschaft. Während <em>computer piracy</em> also durch die Copyright-Diskussion der letzten Jahre eher an den so genannten Diebstahl geistigen Eigentums denken lässt, bezog sich Deleuze an dieser Stelle also offenbar auf eine Variante der Sabotage und nicht auf das bloße Kopieren. Alles andere würde auch keinen Sinn ergeben, wenn man bedenkt, dass es Deleuze im Postskriptum an dieser Stelle offenbar um Phänomene des Widerstands geht. Die Übersetzung mit <em>Computer-Hacker</em> erscheint mir also genauer, wenn auch weniger wörtlich.</p>
<p>Die Stelle offenbart aber auch die Ambivalenz und Komplexität der Hacker-Diskurse in den drei Ländern: Wo es ständig um negative Fremd- und positive Selbstzuschreibungen geht, müssen Wörter so problematisch werden, dass man mit ihnen fabelhaft Politik machen—nur wird meine Arbeit dadurch auch nicht gerade leichter&#8230; <img src='http://denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=625&amp;md5=3bb1a02f9c04de2554f5ad47d15ec542" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Feine Atheisten</title>
		<link>http://denker.net/2011/01/06/feine-atheisten/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 07:52:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern wurde ich zu einem Stammtisch gottloser Gesellen geschleppt.

Eigentlich fühlt man sich unter seinesgleichen ja wohl, aber ich bin dann doch immer wieder enttäuscht, wenn sich herausstellt, dass die anderen auf dem Weg zum Atheismus auf halbem Weg stehen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern wurde ich zu einem Stammtisch gottloser Gesellen geschleppt.</p>
<p>Eigentlich fühlt man sich unter seinesgleichen ja wohl, aber ich bin dann doch immer wieder enttäuscht, wenn sich herausstellt, dass die anderen auf dem Weg zum Atheismus auf halbem Weg stehen geblieben sind: Es ist das eine, einen singulären, ewigen, personalen Grund allen Seins zu betreiten, aber es ist ärmlich, eine singuläre, ewige, formale Theorie an dessen Stelle zu setzen.</p>
<p>Sicher, wenn man die personale Gottheit und die Bedeutung Jahrtausende alter Wüstenethiken für die heutige Gesellschaft bestreitet, begeht man keine Eselei. Man begeht auch keine solche, wenn man sich stattdessen auf Pragmatismus beruft. Das ist zwar voraussetzungsreich, tut aber philosophisch nicht so weh. Es ist dagegen aber nur schwer erträglich, wenn die Setzung von Logik als ewig wahre, transzendentale Quelle aller Vernunft und allen Wissens unkritisch, ja geradezu dogmatisch akzeptiert wird.</p>
<p>Ich meine nicht, Logik als erfolgreiches Tool in der wissenschaftlichen Arbeit einzusetzen oder in Diskussionen auf Schlussfiguren zu achten. Das ist schlimmstenfalls pragmatisch und funktioniert.</p>
<p>Was mich stört ist dieses: So zu tun, als Stecke die Logik <em>hinter allem</em>, ist schlicht lächerlich. Spricht mein Gegenüber nun von den logischen Axiomen der Wahrnehmung, kann ich meinen Spott nur noch mit Mühe zurückhalten. Gelingt es mir nicht und frage, was denn bitte die Axiome der Wahrnehmung seien, höre ich regelmäßig einen Bullshit über Spiegelneuronen, Evolutionspsychologie etc. — wohlgemerkt: Ich habe nicht nach einer Begründung dieser Axiome der Wahrnehmung gefragt, sondern einfach nur danach, welche es sind. Die Antwort blieb man mir auch diesmal schuldig. Der Hinweis, dass die Logik die Explikation aller Voraussetzungen verlangt und man nicht später Voraussetzungen dazu erfinden darf, will man nicht in einen pragmatischen Logikbegriff fallen, mit dem ich kein Problem hätte, wurde übrigens ebenso ignoriert, wie der Vorwurf, man könne die Rechtfertigung einer Menge von Axiomen der Wahrnehmung nicht aus der Wahrnehmung oder aus hieraus abgeleiteten Theorien gewinnen, ohne zum Pragmatiker zu werden. Der Glaube an die grundlegenden, ewigen Axiome (der Wahrnehmung und der Sprache — sind die eigentlich konsistent?) wurde beschworen.</p>
<p>Damit war es aber noch nicht genug. Nachdem klar wurde, dass man sich als Atheist lächerlich macht, wenn man sagt, dass die logischen Axiome &#8220;halt gesetzt&#8221; wurden, wurde hilfsweise pragmatisch<em>er</em> abgestellt, dass die Menschen sich halt auf die Axiome geeinigt hätten. (Klar: Die Axiome der Logik sind ewig und transzendental, aber gleichzeitig Verhandlungsmasse.) Nun, wenn die Logik, wie die Voraussetzung es forderte, hinter allem steckt und, was auch explizit behauptet wurde, auch die Bedingung der Möglichkeit aller (rationalen) Verständigung ist, ist es dann nicht völlig rätselhaft, wie man sich ohne die Logik, also ohne die Möglichkeit rationaler Verständigung, auf die Logik rational einigen konnte? Dabei ist doch längst klar, dass das Ei vor der Henne da war — nur dass es eben nicht von einer anderen Henne gelegt wurde. <img src='http://denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die Sehnsucht nach einer ewigen Logik, die hinter allem steckt, ist nichts anderes als der Rest eines Gottesglaubens. Sicher, man hat den Alten vertrieben und kann nun endlich ehebrechen, aber insgeheim wünscht man sich doch noch, in einem logischen Kosmos aufgehoben zu sein, in dem alles einen Platz hat, allerdings nicht in den Händen einer Gottheit, sondern im Raum der Gründe. So gesehen ist jeder Buddhist ein ehrlicherer Atheist als die Ex-Christen, die sich noch immer nach dem einen Grund für allen sehnen. Will man Gott töten, darf man nicht nur praktisch, sondern muss auch theoretisch die Guillotine aufziehen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=619&amp;md5=51f6a7e15ec17542d2c6a6f65fcaa75f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wittgenstein</title>
		<link>http://denker.net/2010/11/05/wittgenstein/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 22:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mag Wittgensteins Philosophie ja. Sie ist so absolut bedeutungslos und primitiv. Man kann stundenlang damit herumsophisten, sich an winzigen Scheinproblemen aufhalten und die Realität völlig vergessen. Ich glaube wirklich, die Lust an Wittgenstein, ja der ganzen analytischen Philosophie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag Wittgensteins Philosophie ja. Sie ist so absolut bedeutungslos und primitiv. Man kann stundenlang damit herumsophisten, sich an winzigen Scheinproblemen aufhalten und die Realität völlig vergessen. Ich glaube wirklich, die Lust an Wittgenstein, ja der ganzen analytischen Philosophie überhaupt, kommt von ihrer absoluten Irrelevanz. Diese Entlastung von den Problemen der Welt erlebt man sonst nur unter Alkohol&#8230;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=602&amp;md5=92b16d395de6faf1567ab34978ffdaca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie Sie sehen, sehen Sie&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 14:21:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag in der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin gerade auf einer Summerschool zur Visualisierung des Raums. Eigentlich hat das recht wenig mit meiner gegenwärtigen Arbeit zu tun, aber da man die Teilnahme von mir erwartete und außerdem die Kosten übernommen wurden, verbringe ich diese Woche ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin gerade auf einer Summerschool zur Visualisierung des Raums. Eigentlich hat das recht wenig mit meiner gegenwärtigen Arbeit zu tun, aber da man die Teilnahme von mir erwartete und außerdem die Kosten übernommen wurden, verbringe ich diese Woche nun doch in einer evangelischen Begegnungsstätte in Rheinland-Pfalz. Hier hat man mich gleich mit protestantischer Kochkunst und Zimmerbibeln verwöhnt, aber das nur nebenbei.</p>
<p>Wir haben jetzt so ungefähr die Hälfte dieser interdisziplinären Summerschool hinter uns und ich frage mich immer mehr, was ich hier soll. Mit einer Kollegin hatte ich gestern in einem Beitrag versucht, die Repräsentationskritik bei Deleuze/Guattari mit einem starken Raumbezug aufzubereiten und schließlich auf ein Beispiel technisch konstituierter Räume zu beziehen. Die anschließende Diskussion hing dann weitgehend an unserem technischen Beispiel fest und war, wie ich finde, ziemlich enttäuschend. Es gab nur recht wenige Wortmeldungen, die allesamt nicht auf unseren theoretischen Unterbau eingingen. Zwar haben uns später noch Leute angesprochen und unseren Beitrag als &#8220;erfrischend&#8221; und &#8220;inspirierend&#8221; bezeichnet, aber dass wir brillant sind, wussten wir vorher ja eigentlich auch schon&#8230; <img src='http://denker.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Um die Visualisierung von Raum geht es auf dieser Summerschool selbst aber kaum: Etwa 70% der Beiträge beschäftigen sich mit der Frage, wie Daten visualisiert werden können und einige auch damit, wie so eine Visualisierung auf unsere Lernprozesse zurückwirkt. Das mag für sich genommen ja durchaus interessant sein, hat aber nun nicht so sonderlich viel mit dem Raum zu tun &#8211; witzigerweise ein Vorwurf, der andersherum unserem Beitrag gemacht wurde: Man fragte uns, wo denn bei uns bitte die Visualisierung stecke. Gut &#8211; dass Repräsentation nicht so eng mit Visualisierung zusammenhängt (gleichwohl auch nicht getrennt ist), ist ja nun richtig, aber was soll ich als sprachanalytisch denkender Philosoph auch groß zur Visualisierung sagen? Da hätte man eher einen Phänomenologen fragen sollen. Allerdings haben die bisherigen Vorträge, soviel sie auch zur Visualisierung gesagt haben, recht wenig theoretisch substantielles zum Raum gesagt.</p>
<p>Das Problem der geschickten Visualisierung von Daten ist zwar nun durchaus ein komplexes und für viele Forschungsfragen sicher auch interessantes Thema, doch zeigt das Verschwinden des Raums als eigentlich Untersuchungsgegenstand im weiteren Sinne eine Schwierigkeit dieser ganzen Summerschool: Der Raumbegriff bleibt gänzlich unbestimmt. Zwar sind sich alle irgendwie einig, dass wir einen relationalen Raumbegriff haben wollen, der einer bestimmten Mode folgend &#8220;topologisch&#8221; heißt, aber damit hat es sich auch wieder. Das ist überhaupt ein Problem dieser ganzen Raumdiskussionen, sobald sie sich in einem interdisziplinären Umfeld bewegen: Aus dem topologischen Minimalkonsens folgt wenig konkretes und spannende Kooperationen ergeben sich allenfalls für einzelne Themen mit wenigen, nahe beieinander stehenden Fächern. Der Versuch, die Raumforschung immer gleich zur großen Interdisziplinarität aufzublasen, überzeugt dagegen immer weniger. Vollends schwierig wird es, wenn so ein groß-interdisziplinär unterbestimmter Raumbegriff auf etwas dagegen deutlich konkreteres wie Visualisierung bezogen werden soll. Fast alles, was es innerhalb der einzelnen Fächer zu sagen gibt, konzentriert sich auf Visualisierung eines eigenen, fachspezifischen Raumkonzepts &#8211; Das ist keine Kritik! &#8211; verliert aber aufgrund des ebenso unterbestimmten Visualisierungsbegriffs jede groß-interdisziplinäre Anschlussfähigkeit (Das ist die Kritik.).</p>
<p>Der naheliegende Vorschlag lautet, sich auf einen Begriff der Visualisierung zu einigen. Nun, was ist denn das allgemeinste, was man sieht? Um das Ende der Debatte gleich vorweg zu nehmen: Letztlich landet man wieder beim Text oder bei etwas, was einem Text in bestimmter Hinsicht gänzlich ähnelt. Man denke nur einmal an die Begriffsschrift Freges, die auch nicht ausdrucksmächtiger war als die Notation Peanos. Dann aber zwischen einer abstrakten Topologie, die letztlich nur eine strukturierte Menge ist, einem relationalen Raum, also einem Raum von Relationen zwischen Dingen, oder einer Visualisierung, etwa Tinte auf einem Stück Papier, zu unterscheiden, wirkt beinahe künstlich, beinahe wie eine Verlegenheitslösung. Und das finde ich, obwohl mich das Visualisierungsproblem so gar nicht interessiert, dennoch etwas unfair gegenüber der Visualisierung.</p>
<p>Also machen wir es kurz: Man hat zwar von mir erwartet, dass ich hier mitfahre, aber ich gehöre hier fachlich einfach nicht hin. Manchmal bringen Stipendien eben komische Konstellationen mit sich&#8230;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=561&amp;md5=9fb403213a4f55a15a8724f256711853" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Saarländische Elite</title>
		<link>http://denker.net/2010/09/18/saarlaendische-elite/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Sep 2010 08:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag in der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Was passiert, wenn Bildungspolitiker Geld in die Hand nehmen, um zu spielen? Heraus kommt ein feuchter Elitentraum, der an die Zukunft denkt: Wie Zeit Online berichtet, hat das Saarland eine Stiftung ins Leben gerufen, die begabte Studierende fördern soll ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was passiert, wenn Bildungspolitiker Geld in die Hand nehmen, um zu spielen? Heraus kommt ein feuchter Elitentraum, der an die Zukunft denkt: Wie <a href="http://www.zeit.de/2010/38/C-Saarland" target="_blank">Zeit Online</a> berichtet, hat das Saarland eine Stiftung ins Leben gerufen, die begabte Studierende fördern soll &#8211; aber:</p>
<blockquote><p>Die Schwerpunkte der Förderung liegen in Mathematik, den Naturwissenschaften, Informatik und Biomedizin.</p></blockquote>
<p>Zitiert wird überdies ein ehemaliger SPD-Ministerpräsident, der betont, dass man die Fächer unterstützen wolle, die für „die Zukunft“ des Saarlands besonders wichtig seien. Damit folgt das Saarland erstmals de jure einer Politik, die die Bundesregierung mit dem nationalen Stipendien-Rohrkrepierer-Programm schon de facto eingeläutet hatte: Frau Schavan hatte nämlich für ihr Programm vorgesehen, dass Stipendien nur dann ausgezahlt werden können, wenn die Hälfte der Stipendienhöhe von privaten Geldgebern, insb. der Wirtschaft, übernommen werden. Die Universitäten sollten diese Mittel selbst einwerben &#8211; und zwar für konkrete Fächer. Der große Katzenjammer seitens der Universitätspräsidien wurde mit einem kleinen Zuckerl getröstet und niemand scheint wirklich bemerkt zu haben, was Frau Schavan uns hier für ein Ei ins Nest gelegt hat: De facto dürfte es nämlich zukünftig so laufen, dass Universitäten nur für Fächer private Mittel einwerben können, die irgendeiner Nadelstreifen-Niete mit BWL-Abschluss sinnvoll erscheinen. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir bald eine Schwemme von BWL-, Informatik- und Maschinenbau-Stipendien erleben, denen nicht genug qualifizierte Studierende der entsprechenden Fächer gegenüber stehen.</p>
<p>Damit hat Frau Schavan aber unbemerkt ein Tabu gebrochen: Bisher war es den Universitäten und Studierenden weitgehend selbst überlassen, welche Fächer wie sehr unterstützt werden sollten. Sicher hat es immer Einmischung seitens der Ministerien gegeben, aber diese erfolgte selten so offen wie in den letzten Jahren. Dass dieses Tabu aber bestand, zeigt, dass beispielsweise die nicht gerade für freigiebige Wohltaten bekannten Privatbanken bei ihren Studienkrediten nicht nach Fächern unterschieden. Die Zinsen sind für einen Kunstgeschichtsstudenten ebenso hoch wie für einen BWL-Studenten.</p>
<p>Das Saarland ist also nun zu einer offenen Diskriminierung der Studienfächer übergegangen und es steht zu vermuten, dass andere Bundesländer mit ähnlichen Tricks folgen werden. Der Trick dürfte dabei auch aus einer gewissen Not geboren worden sein: Nachdem die Landesregierung dazu übergegangen waren und Universitäten immer mehr Autonomie eingeräumt hatten, wuchs der Druck gleichzeitig, Mittel intern nach Leitungsindikatoren zu vergeben. Damit würde die Universität, so die mutmaßliche Überzeugung, schon die besser aufgestellten Fächer wie beispielsweise Naturwissenschaften stärker fördern als unwichtige Fächer wie etwa Philosophie. Im Falle meiner Universität hat sich aber gezeigt, dass die Umstellung auf eine indikatorgestützte Ressourcenverteilung diesen Fächern aber eher genutzt als geschadet hat. Zwar gibt es von dieser Regel Ausnahmen, doch zeigte sich, dass die zuvor eher politisch orientierte Mittelverteilung die Position der „weichen“ Wissenschaften geschwächt hat, während diese nun mit konkreten Zahlen auftreten und eine bessere, d.h. höhere Mittelzuteilung erreichen konnten. So hat die Umstellung der universitätsinternen Mittelvergabe auf ein &#8211; oberflächlich betrachtet &#8211; wirtschaftsaffineres Modell gerade den Wissenschaften genutzt, die in den feuchten Träumen mancher Bildungspolitik nichts als brotlos sind.</p>
<p>Da die Axt nun nicht mehr an den mehr oder minder autonomen und immer mehr Marktkräften ausgelieferten Universitäten angesetzen, das Angebot also nicht mehr gelenkt werden kann, gehen die Herren und Damen Bildungspolitiker nun zur Lenkung der Nachfrage über: Stipendien gibt es bald nur noch für Studierende der richtigen Fächer. Statt das Bafög endlich nachhaltig zu erhöhen oder ein sozial gerechtes Stipendienprogramm (- nun, gut, so eines will ich sehen!) zu schaffen, bricht man das Tabu der Fächerdiskriminierung.</p>
<p>Wichtig ist es nun aber, darauf hinzuweisen, dass das Problem nicht etwa darin besteht, dass das Studium nur noch mehr auf den Markt ausgerichtet wird. Das sieht oberflächlich sicher so aus, ist aber eine Fehleinschätzung. Das Problem ist hier nicht zu viel, sondern zu wenig „Markt“. Die Fächer, die im Saarland bevorzugt werden, wurden ebenso wenig mittels objektiven Kriterien ermittelt, wie dies beim nationalen Stipendienprogramm durch Manager der Fall sein wird. Die Auswahl basiert nicht auf harten Fakten, sondern auf Vorurteilen. Denn wie ist es anders zu erklären, dass der Maschinenbau in der Aufzählung beispielsweise nicht zu finden ist, während es doch gerade diese Branche ist, die maßgeblich zum Export beiträgt?</p>
<p>Die Auswahl erscheint also im höchsten Maße willkürlich, und was würde wohl passieren, wenn man hier streng nach objektiven Kriterien vorgehen würde? Könnte sich dann nicht vielleicht zeigen, dass Mathematik volkswirtschaftlich vollkommen sinnlos ist? Oder sollte man nicht vielleicht nach Kriterien fragen, die nicht nur das Wirtschaftswachstum im Auge haben? Aber selbst wenn man nur nach Profiten fragt: Wollen wir wirklich vergessen, dass es gerade die Resonanzen, die zwischen Philosophie, Mathematik und Physik im späten 19. Jahrhundert bestanden, waren, die schließlich die wichtigsten Voraussetzungen der Computertechnik geschaffen haben? (Es mag beliebt sein, die Philosophie hierbei zu vergessen. Denjenigen, die dies tun, sei einfach nur Frege zur Lektüre empfohlen.) Der Nutzen der Philosophie mag selten und fern sein, aber gelegentlich ist er auch groß.</p>
<p>Nein, die Manipulierung der Nachfrage nach Studiengängen ist kein Ausdruck einer Marktliberalisierung, sondern Zeichen einer bornierten Bildungspolitik, in der noch immer Politiker glauben, die richtige Lösung in ihren eigenen Vorurteilen zu finden. Den Universitäten und den Studierenden ihre Entscheidungen selbst zu überlassen muss da sicher als eine irre Traumtänzerei erscheinen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=553&amp;md5=d9877ee45e2c08390cef8f08a4e524fd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Food is the New Sex &#8211; Naschen am konservativen Kochtopf</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 10:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Denker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>

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		<description><![CDATA[Kehren die moralischen Regeln, die in der sexuellen Revolution mit Recht untergegangen sind, in einem neuen Kleid, nämlich bezogen auf die Ernährung, wieder? Zur Untermauerung dieser These lässt sich viel anführen. Wie es aber nicht geht, zeigt uns Mary ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kehren die moralischen Regeln, die in der sexuellen Revolution mit Recht untergegangen sind, in einem neuen Kleid, nämlich bezogen auf die Ernährung, wieder? Zur Untermauerung dieser These lässt sich viel anführen. Wie es aber nicht geht, zeigt uns Mary Eberstadt in ihrem Essay &#8220;<a href="http://www.hoover.org/publications/policyreview/38245724.html" target="_blank">Is Food the New Sex?</a>&#8221; [in: Policy Review 153 (2009)]:</p>
<p>Eberstadt verbindet in einer historischen Entwicklung die Verhaltensregeln, die die Sexualität reglementiert haben, mit denen, die heute die Ernährung reglementieren. Sie konstruiert dazu zwei typische Fallbeispiele einer Frau aus den 1950er Jahren, die sich nur zu kümmern gehabt hätte, dass das Essen auf den Tisch kommt und deren Sexualität ansonsten auf die monogame heterosexuelle Ehe beschränkt gewesen sei und als zweites Beispiel das einer Frau aus der heutigen Zeit, die Sexuell viel freier wäre, während sie gleichzeitig eine große Zahl von Ernährungsregeln kenne und befolge. Diese Regeln umkreisen die Themen der Gesundheit, d.h. welches Essen in welcher Menge ist als gesund anzusehen und des Umweltschutzes, also welches Nahrung man zu sich nehmen darf, ohne die Umwelt zu schädigen. Beide Fallbeispiele sind trotz ihrer Überzeichnung plausibel.</p>
<p>Gleichwohl versäumt die Autorin es, einen theoretischen Unterbau für ihre Thesen zu liefern. Zwar macht sie einige technikhistorische Andeutungen, dass es der westlichen Zivilisation erstmalig in der Geschichte möglich sei, praktisch allen Mitgliedern der Gesellschaft Nahrung in guter Qualität und in beliebiger Menge zu liefern und dass es erstmalig möglich sei, die Folgen von Sexualität (Krankheiten, Schwangerschaften) durch Kondome und Verhütungsmittel zu kontrollieren, doch bleibt sie dabei in der puren Diagnose stecken und liefert keine Zusammenhänge aus, wieso die Verfügbarkeit von Nahrung und Sex zur Herausbildung einer neuen normativen Ordnung führen solle.</p>
<p>Stattdessen postuliert die Autorin einen Sinn der Moral darin, dass sich Gesellschaften mit ihr gegen ihre eigene Zerstörung schützen wollten. Sie erweist dies jedoch weder theoretisch, noch materiell, sodass sie auch eine Antwort schuldig bleibt, woher Gesellschaft bitte wissen sollen, was sie zerstört. Vielmehr führt sie den Aufstieg der Ernährungsmoral auf eine überzogene(!) sexuelle Revolution zurück, gegen die sich viele nicht wehren könnten und daher zur Formulierung moralischer Vorstellungen gezwungenermaßen auf die Ernährung auswichen. Sie versucht so offenbar, die Vertreter einer wie auch immer gearteten Ernährungsmoral für eine Kritik an der Liberalisierung der Sexualmoral einzunehmen. Dass sie sich dabei jeder theoretischen Überlegung zur Moral und Ethik überhaupt enthält, wird eher dem Risiko, die eigene Position bloßzustellen, als theoretischen Problemen selbst geschuldet sein. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen eines &#8220;moral shift&#8221; hätte zumindest über einen kurzen Ausflug zu Kant hinaus gehend auch auf Foucault einzugehen gehabt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://denker.net/?flattrss_redirect&amp;id=366&amp;md5=be19bac42c1becb5436ff554aabdb84d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://denker.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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