Das Schlossgrabenfest

Ich gebe derzeit den nörgelnden Rentner, weil ich keine Lust mehr auf den Lärm durch die ständigen Festbetriebe in der Innenstadt habe. Nachdem die Frankfurter Rundschau nämlich in ihrer Online-Ausgabe am Sonntag einen Jubelartikel über das Schlossgrabenfest veröffentlicht hat, habe ich mich mit einem Leserbrief an die Redaktion gewandt und meinen Kummer über die Lärmbelastung zum Ausdruck gebracht. Die Frankfurter Rundschau hat hieraus einen Artikel gemacht.

Der Artikel verdient m.E. nach der Einlassung der Stadt Darmstadt eine kleine Ergänzung: Bei der Messung in meiner Wohnung wurde eine Lautstärke von 68dB festgestellt. Der im Artikel erwähnte Vergleich nennt eine zulässige Lautstärke von 65dB. Es ist nun leicht, zu behaupten, es handele sich dabei nur um eine unwesentliche Überschreitung und tatsächlich klingt für den Laien ein Unterschied von 3dB nicht sehr erheblich. Allerdings ist die verwendete Einheit „Dezibel“ etwas komisch definiert, denn sie enthält das Verhältnis zweier Logarithmen, was bedeutet, dass schon kleine Skalenunterschiede erhebliche Auswirkungen auf die Lärmwahrnehmung haben können. Eine Differenz von 6dB etwa ist eine Verdoppelung(!) des Schalldrucks. Eine Differenz von 3dB wie in meinem Fall läßt den Schalldruck um 41% ansteigen. Wer behauptet, dies sei nur eine geringfügige Abweichung, lügt einfach. Man stelle sich vor, die Mehrwertsteuer wäre nicht um 3%, sondern um 41% gestiegen. 😉

Ich bleibe dabei: Die Lärmbelastung in der Darmstädter Innenstadt steigt subjektiv und es ist eine Unverschämtheit, dass die Stadt praktisch jede weitere Lärmbelastung genehmigt. Mit einem größeren Fest im Jahr kann ich prima leben, aber es sind mittlerweile drei(!), die immer länger und lauter werden. Wer einmal fünf Tage neben einer Salsa-Bühne verbracht hat, die er nicht abstellen konnte, wird meinen Ärger verstehen. Ich bin sicher kein Spaßverderber und gönne jedem seine kapitalistischen Gewinninteressen und sogar das Bedürfnis nach Party, aber ein fairer Interessensausgleich sieht anders aus. Ich habe von den Festen in der Darmstädter Innenstadt gar nichts außer Lärm- und Geruchsbelastung.

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Ein Kommentar zu Das Schlossgrabenfest

  1. Werner sagt:

    Mir geht es ähnlich wie dem Verfasser. Mittlerweile gestalte ich meine Urlaubsplanung so, dass ich nicht in Darmstadt bin während des Schossgrabenfestes. Seit mehr als 15 Jahren nimmt in Darmstadt neben der Lärmbelästigung auch der Dreck zu.

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