So ungefähr reicht ja…

Motiviert habe ich mir zu meinem neuen Fahrrad einen Fahrradkarte hinzugekauft, die mir helfen sollte, die Schönheiten des Odenwalds zu entdecken. Gestern radelte ich zu einem Freund in Eberstadt und sucht mir dabei eine Route durch den Wald heraus. Weg Nr. 15 über die Ludwigshöhe ist zwar auf der Karte, aber nicht im Wald zu finden. Der aus Verzweiflung eingeschlagene Weg Nr. 22 verläuft nicht nur ganz anders als auf der Karte angegeben, sondern dirigiert mich auch an die romantischsten Orte Darmstadts: ein 30cm breiter Trampelpfad, links Brennnesseln, rechts Stacheldraht von der US-Kaserne.

Nachdem ich mit Hilfe männlicher Intuition den richtigen Ortsteil erreicht und somit bald an meinem Ziel angekommen war, wurde ich von meinem Gastgeber aufgeklärt: Es gibt für das Gebiet um Herrgottsberg, Moosberg und Ludwigshöhe keine exakten Karten. Geschuldet sei dies möglicherweise der US-Siedlung und deren Sicherheitsbedürfnissen. Ich solle jedenfalls die Karten über dieses Gebiet vergessen.

Anschließend zeigte er mir dann einen Teich auf der Karte, den es seit ca. 10 Jahren nicht mehr gebe.

Wieso zahlt man eigentlich 12,50€ für so etwas, wenn man am Ende doch wieder nach Gefühl fährt?

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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