Der rote Blockwart

Der SPD-Schatteninnenminister gibt dem Spiegel ein Interview und während sich bei Twitter alle über seine Hetze gegen die Piratenpartei aufregen, übersehen die meisten den wirklichen Popel in seinem Gerede:

Oppermann: Ja. Und wir werden lokale Sicherheitspartnerschaften inspirieren, nach dem Motto: Wir sorgen für mehr Polizei – und die Bürgerinnen und Bürger schauen öfter mal nach ihrer alten Nachbarin.

Wie darf man sich das vorstellen? So?

Herr Schmidt: „Frau Meier, ich wollte mal wieder nach Ihnen sehen. Ihre Fenster, also ich muss ja sagen. Haben Sie grad wenig Zeit zum putzen, nicht? Geht es ihnen denn noch gut? Ich mein, so eine schöne große Wohnung, ja, die hätte ich auch gerne. Ist immer viel zu putzen nicht? Ich könnte das in ihrem Alter ja nicht mehr. Ach, wenn ich da an meine kleine Wohnung denke. Ihre finde ich viel schöner! Und noch könnte meine Frau die ja auch sauber halten. Dass sie das noch so schaffen, Frau Meier. Es geht Ihnen auch wirklich gut? Ich mein, Sie sind ja jetzt auch schon nicht mehr die Jüngste! Wollen Sie sich nicht vielleicht verkleinern? Dann hätten Sie auch weniger Mühe mit Ihren Fenstern.

Und die Gegend ist ja auch nicht mehr die Beste! Der Student da vorne, der hat immer komischen Besuch und der bleibt auch lange. Ich pass da jetzt drauf auf, wo ich doch jetzt Sicherheitspartner für unsere Etage bin. Da kommen immer so junge Männer und nie ein Fräulein. Ich hab aufgepasst. Ich glaub, das ist so einer von denen Schwulen. Ich mein, solange sie nicht an die Buben gehen, sollen sie ja machen, was sie richtig finden, aber ich finde das pervers.

Haben Sie das von dem Bub von gegenüber gehört? Der soll die ganze Zeit diese Terror… äh, nah, sagen’s… äh Killerspiele gespielt haben. Die Zensuren sind auch schon schlechter geworde, ich hab extra mal in der Schul von dem Bub angerufe. Als Sicherheitspartner muss ich des ja wisse, ob’s da Probleme gibt. Nicht, dass der noch ausflippt und uns alle tot schießt. Na, Leute gibt’s! Aber wem sach ich das!

Hier, Frau Meier, des seh ich ja jetzt erst. Sie lesen ja die TAZ! Finden Sie nicht, dass das nicht zu unserem Haus passt? Das ist doch ein ordentliches Haus! Ich und meine Frau, wir lesen ja nur den „sozialdemokratischen Beobachter“. Da stehen auch immer tolle Tipps drin, wie man so als Sicherheitspartner gut aufpassen kann.

Naja, ich muss dann mal wieder. Ich schau morgen nochmal nach Ihnen, Frau Meier. Schaun’s mal, dass Sie die Fenster bis dahin machen. Ich hab keine Lust, da nen Bericht zu schreiben. Also, schönen Tag dann noch, Frau Meier und immer aufpassen! Diese Terroriste sind ja überall!“

Es ist gar nicht auszudenken, was man sich alles ausdenken kann… deshalb: Piraten wählen!

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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