Neues von Ursula

Dieses Blog ist ja für seinen heißen Draht zur Ex-Familienministerin Ursula von der Leyen bekannt und kann auch angesichts ihres bestehenden Ressortwechsels exklusiv und vorab auf ihr erstes öffentliches Statement nach der Amtseinführung zugreifen:

[…] Es gibt so viele schöne Seiten auf dem Arbeitsmarkt. Man kann viel lernen und erleben und auch gerade junge Menschen profitieren von den vielen Möglichkeiten sich auszutauschen, Geld zu verdienen und eine Familie zu gründen.

Der Arbeitsmarkt hat aber auch dunkle Seiten. Und wenn ich davon spreche, dann meine ich Arbeitslosigkeit. Meine Damen und Herren, es ist das pure Grauen! Da gibt es Menschen, die morgens im Bett bleiben, weil sie nicht arbeiten gehen. Da können wir nicht mehr länger wegschauen. Ich rede hier von arbeitslosen Erwachsenen! Die sind arbeitslos! Vor laufender Kamera teilweise arbeitslos! Und die verbreiten dann ihre Arbeitslosigkeit auf ihre Kinder oder ihre Freunde. Ganze Stadtteile werden von diesen Arbeitslosen in Beschlag genommen!

Soll man einfach daneben stehen und zusehen? Himmel nochmal, Nein! Da muss etwas getan werden!

Meine Damen und Herren, ich habe in den letzten Wochen viele Gespräche geführt. Da sagte man mir: Das geht nicht, das kann man nicht ändern, das funktioniert so nicht. Aber ich habe mir meine eigenen Experten gesucht und die haben mir gesagt, dass das sehr wohl möglich ist und ich lasse da auch nicht mit mir reden.

Wir werden ein neues Gesetz machen. Ein Gesetz zur Erschwerung der Arbeitslosigkeit. Wir werden vor den Arbeitsagenturen, den Trinkhallen und allen kostengünstigen Kultur- und Freizeitangeboten, die unter der Woche geöffnet haben, Schilder aufstellen, die zeigen, wie sehr wir das missbilligen. Wir sagen Stopp zur Arbeitslosigkeit. Wir sperren diese Orte jetzt für den Zugriff durch Arbeitslose.

Jetzt kamen die Kritiker an – und sie sind ja auch heute wieder da – und sagen: Diese Sperren lassen sich ja umgehen. Aber ich sage Ihnen jetzt: Man muss schon ein sehr versierter Arbeitsloser sein, um diese Sperren zu umgehen. Man muss sich schon sehr genau auskennen. Und jetzt kann sich jeder einmal selbst fragen: Wen kenne ich, der so versiert ist, dass er solche Sperren umgehen kann? – Da sieht man, dass das nicht jeder ist, aber diese Leute sind es. Sie sind nach Jahren der Arbeitslosigkeit geschult in diesem widerwärtigen Geschäft. Und diese, die die Sperren umgehen können, sind teils schwerst arbeitslosenkriminell.

Natürlich kann man mit solchen Sperren nicht jeden Arbeitslosen von seinem schmutzigen Treiben abhalten, aber wir müssen ein klares Zeichen setzen, dass wir Arbeitslosigkeit nicht mehr länger tolerieren. Und wir wollen die Gelegenheitsarbeitslosen davon abhalten, diese Angebote in Anspruch zu nehmen.

Ich bin mir sicher, wenn wir ein klares Zeichen setzen, werden weniger Menschen zur Arbeitslosigkeit verführt werden. Die Sperren von Arbeitslosigkeit ist nun wirklich das wichtigste in vielerlei Hinsicht und ich wäre sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass einige Bürger gegen die Sperre von Arbeitslosigkeit wären. […]

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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6 Kommentare zu Neues von Ursula

  1. Pingback: darktiger.org

  2. daMax sagt:

    Sehr schön 😀

  3. Kai sagt:

    Sehr schön!

    Und hier der Comic dazu: http://ahoipolloi.blogger.de/stories/1537145/

  4. daMax sagt:

    Sach mal, passiert hier noch was? Urlaub oder keine Lust zu bloggen?

  5. Phaidros sagt:

    Ja. Sobald ich mich freigeschaufelt habe (Arbeit, nicht Daisy), kommt auch wieder mehr…

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