Dein Gehirn, ein Prozessor

Dieser Artikel hier (leider hinter einer Paywall) hat mich ja gestern sehr überrascht. reCAPTCHAs sind ja ein alter Hut, allerdings war mir duolingo.com nicht bekannt. Bei duolingo.com lernt der Benutzer eine Sprache und macht gleichzeitig Übersetzungsarbeit, die seitens der Firma dann verwertet werden. So wie man bei reCAPTCHA mithilft, Bücher zu digitalisieren und sich gleichzeitig als Mensch ausweist, hilft man bei duolingo.com, das Web zu übersetzen und lernt (in der Theorie) zugleich eine Sprache.

So formuliert, klingt das harmlos. Aber der Artikel schlägt vor, diese Systeme als ein verallgemeinertes Berechnungsmodell aufzufassen, bei dem Gehirne Teilprobleme berechnen, die für Computer (noch) zu schwer sind. Gehirne sind dann Komponenten verteilter Systeme und das finde ich so naheliegend wie erschreckend.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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