Lebenszeichen und seltsames Essen

Ich hatte mir vorgenommen, häufiger zu bloggen und aus meinem Auslandsaufenthalt zu berichten. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich habe es tatsächlich geschafft, seit Mitte Januar mein Blog zu vernachlässigen und mich hier in Arbeit und Zerstreuung zu vergraben. Mein Forschungsprojekt macht auch Fortschritte, auch wenn sechs Monate verdammt wenig sind…

Die lokale Küche ist übrigens durchaus seltsam. Als eine lokale Spezialität wurde mir „Poutine“ [putiːn] empfohlen. Allerdings kam mir die Beschreibung immer etwas seltsam vor und ich fragte nach. Als die Wiederholung noch immer eher absurd klang, habe ich das mal akzeptiert und mir vorgenommen, im Netz nachzuschauen, was es denn nun ist… nun, ich habe die Beschreibung durchaus richtig verstanden: Pommes, Käse, Bratensauce. Gut, Junk-Food treibt seltsame Blüten, aber dass das auch noch eine lokale Spezialität ist, die von Reiseführern empfohlen wird und von der selbst Einheimische längere Vorträge über gute und schlechte Qualität halten. Das hat mich bisher auch davon abgehalten, Poutine zu probieren. Mein Mitbewohner hatte einfach noch keine Zeit, mir das beste Poutine der Stadt zu zeigen…

So sieht es übrigens aus:

Poutine, CC-by, © Jonathunder

Poutine, CC-by, © Jonathunder

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Guck doch mal, wie schön das ist… :-P

Heute hatte ich erstmal die Gelegenheit, etwas herumzulaufen (und mir eine neue, wärmere Mütze zu kaufen):

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Einkaufen und Anpassungsstress

Ich bin doch ein bisschen von mir selbst (positiv) überrascht, dass ich mit dem Anpassungsstress relativ gut klar komme. Davon abgesehen, dass ich mich hier in einen bestehenden Haushalt einfinden muss, finde ich es doch erstaunlich schwer, sich in einem Supermarkt zurecht zu finden, in dem man so wenig vertraute Produkte sieht. Ich schlage mich zwar ganz ordentlich, aber trivial finde ich das nicht.

Gestern habe ich erstmal mehr vom Jetlag ausgeschlafen, der mich doch mehr belastet hat, als ich, Eule die ich bin, bei einem Flug nach Westen erwartet hätte. Außerdem habe ich mein Zimmer weiter bezogen, alles an seinen neuen Platz gebracht und meine Arbeit hier in Montreal weiter vorbereitet, was bedeutet, dass ich die notwendigen „Ich bin jetzt da!“-E-Mails geschrieben und Termine ausgemacht habe. Heute habe ich noch frei. Mein Mitbewohner will mir ein bisschen die Stadt zeigen. Morgen habe ich dann den ersten Arbeitstermin.

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OMG…it’s cold!

Ich bin lebend und voll bepackt in Montreal angekommen und habe angefangen, mein Zimmer zu beziehen… wenn es doch nur nicht soooo kalt wäre 😉

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Das Problem mit den Philosophen…

Einem ehemaliger Arbeitskollege, der mich gegen seinen Willen und gegen seinen ausdrücklichen Rat zur Philosophie gebracht hat, zufolge ist das Problem mit Marx nicht Marx selbst, sondern die Marxisten. Das gleiche gelte für Wittgensteinsteinianer und Wittgensteinstein, für Popperianer und Popper… nur bei Hegel sei es anders. Hegel selbst sei das Problem.

Diese Redeweise sollte man vielleicht denen entgegen halten, für die die Philosophie überflüssige Laberei ist. Nicht die Philosophie ist das Problem, sondern einige Philosophen – und zwar die „Medienphilosophen“, die sich berufen fühlen, Aussagen über die Zukunft des Menschen im Informationszeitalter engagierten Journalisten aufs Band zu sprechen. Wenn man nämlich nicht aufpasst, dann kommt sowas dabei raus.

Übrigens: Wer vermutet, dass an dem Käse etwas substantielles sein könnte, die oder der frage sich bitte, ob die Erfindung von Zügen zur kybernetischen Verbesserung unserer Beinmuskeln geführt hätte, oder das Flugzeug zum Einbau künstlicher Flügel in unsere Körper. Beides hat allenfalls zu einer Änderung unseres Verhaltens geführt und dies ist auch für den Fall der Computertechnik die wahrscheinlichere Folge: Eher werden wir unser Bild vom Wissen ändern, als dass wir uns Chips einsetzen lassen.

PS: Wer nun immer noch glaubt, Philosophie wäre wirklich so ein Geschwätz, die oder der setze sich bitte an einer Universität in die Philosophie-Veranstaltungen, aber bitte bei richtigen Philosophen.

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Murphy’s Law

Pünktlich in der heißen Phase der Reisevorbereitungen bin ich jetzt krank… Das Universum hasst mich!

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Neuerungen im Schloss

Als ich heute in Schloss der TU Darmstadt kam, wurde ich mit einer Neuerung überrascht. Finde ich ne tolle und effektive Idee, das Schloss wohnlicher zu machen 🙂

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Sechs Monate in Montreal

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Vermutlich haben es eine ganze Menge Leser_innen noch nicht mitbekommen, aber ich fahre bald für sechs Monate nach Montreal, um dort zu forschen (und vielleicht sogar die Diss fertig zu kriegen).

Da ich in der Zeit meine Wohnung in Darmstadt untervermiete, muss ich jetzt nur leider meine Bücher kistenweise in den Keller schleppen und auch sonst alle möglichen Spuren meiner Existenz hier verwischen.

Jedenfalls habe ich mit vorgenommen, meine Reise, die übrigens meine erste längere Auslandsreise ist, hier zu dokumentieren und habe dazu eine neue Kategorie eingerichtet.

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Does Hacktivism Matter? #28c3

Mein Vortrag „Does Hacktivism Matter? How the Btx hack changed computer law-making in Germany“ auf dem 28c3 ist unterdessen auf Youtube verfügbar und wurde in der Online-Presse erwähnt.

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So geht Demokratie!

Im Fachbereich für Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften meiner Uni wurde Anfang Dezember gewählt. Genaugenommen war es eine Nachwahl, denn die einzige verbliebene Studierenden-Liste hatte es im Sommer zielsicher geschafft, zu spät am Wahlamt zu sein und damit nicht antreten zu dürfen. Das war für die Liste vermutlich überaus ärgerlich, hatte sie es doch mittels Obstruktion und liebevoll ausgesponnenen persönlichen Angriffen auf die Studierenden der übrigen Listen geschafft, dass sich diese entnervt aus dem Kindergarten »Studierendenvertretung« zurückgezogen hatten. In der Folge war die (nach eigener Auffassung) einzig demokratische Liste übrig geblieben und musste sich nur noch dem »bloßen Verwaltungsakt« (O-Ton eines Kandidaten) einer Wahl stellen. Lästig war allenfalls, dass ein Studierender eine weitere Liste mit nur sich als einzigem Kandidaten eingereicht hatte, aber dem war »politisch nur eine geringe Bedeutung« zuzurechnen, wie das Sitzungsprotokoll abkanzelnd bemerkte. Es kam also zur Wahl zwischen der einzigen demokratischen Liste, die sich endlich wieder alles totalisierend »Die Fachschaft« nannte und der Einzelliste. Wahlkampf hätte nur gestört und ein Wahlaufruf vermutlich den Verwaltungsakt unnötig verkompliziert. Entsprechend still und leise fand also die Wahl statt.

Unterdessen wurde das vorläufige amtliche Endergebnis verkündet, das – wenig überraschend – acht von neun Mandaten der einzigen demokratischen Liste zusprach, aber doch auch eine schöne Information enthielt:

Wahlberechtigte: 2.878
Gewählt haben: 95
Stimmzettel: 97
davon gültig: 96
davon ungültig: 1
Wahlbeteiligung: 3,3%

Die Mehrheitsliste weiß also 81 von 2.878 Studierenden hinter sich. Das sind immerhin 2,8% Zustimmung unter den Studierenden. Ein bloßer Verwaltungsakt eben und der einzig demokratischen Liste kein bisschen peinlich, fürchte ich.

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