Die homöopathische Notfallapotheke

Bei der Vorbereitung eines kleinen Vortrages über Hokuspokus an Universitäten bin ich über einen spannenden Text gestolpert:

Belladonna, ist das bekannteste homöopathische Arzneimittel, da es oft bei Fieber und Fieberkrämpfen eingesetzt wird und es darf in keiner homöopathischen Notfallapotheke fehlen.

Ihr Wirkungsspektrum ist sehr groß, sie ist angezeigt bei fast allen entzündlichen Prozessen, Überhitzung durch Sonnenstrahlen, bei Tollwut und es ist das Mittel der Wahl bei Scharlach.

Die Homöopathen sind ja noch bekloppter, als ich dachte: „homöopathische Notfallapotheke“? Sind die wund? Was sind da Notfälle? Ein vages Unbehagen? Oder meinen die echte Notfälle? Gibt’s vielleicht homöopathische Notfallkrankenhäuser? Was machen die dann, wenn beispielsweise Ösophagusvarizen aufgehen und die arme Sau verblutet? Cumarin in D500? Ich bin wirklich sprachlos!

Übrigens ist Tollwut eine äußerst gefährliche Virus-Erkrankung, die Gehirnentzündung auslöst und fast immer tödlich verläuft. Und das wollen die mit unendlich verdünntem Nichts behandeln? Allein Hoffnungen darauf zu machen, ist schön eine perverse Obszönität.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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Ein Kommentar zu Die homöopathische Notfallapotheke

  1. uschebit sagt:

    Die homöopathische Notfallaufnahme kennst Du noch nicht? http://www.youtube.com/watch?v=HMGIbOGu8q0

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