Piratenpartei: Auf beiden Augen blind?

Ich komme gerade aus der Mensa zurück (Der Fisch war mittelmäßig, de Bratkartoffeln peinlich.) und was muss ich lesen?

Die Piratenpartei Hessen fordert einen sofortigen Sendestopp der Sendung „Tatort Internet“, nachdem die Identität eines Mannes aufgedeckt wurde.

Äh ja, sagt mal, Leute, geht’s noch? Wie kann man im Netz von Zensur rumjaulen und im TV de facto Zensur fordern? Natürlich ist „Tatort Internet“ ein scheußliches, geschmackloses Format, aber dessen Ende zu fordern, passt ja nun nicht wirklich ins Konzept. Hätte es eine ausgiebige Skandalisierung der mangelnden Anonymisierung und daraus folgender Kritik an der völligen Abwesenheit von journalistischer Professionalität und jeden Anstands in der Sendung nicht auch getan? Musste man gleiche den Sendestopp fordern? Vermutlich ist es einfach nur ein Beißreflex Richtung Frau Guttenberg:

„Frau zu Guttenberg ist offensichtlich bereit, das Leben vieler Menschen zu zerstören, nur um die Stoppschild-Propaganda für Internetsperren wieder salonfähig zu machen.“

Genau! Stoppschilder für Stoppschild-Propaganda! Grandioses Eigentor!

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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