Randnotiz über Daten als Währung

Irgendwo, ich weiß wirklich nicht mehr wo, flog heute ein „Daten sind eine Währung“ an mir vorbei. Vielleicht war auch anders formuliert, ich bin mir nicht mehr sicher. Jedenfalls ging es um den Wert von Daten, die deshalb öffentlich sein müssten. (Ja, wieder dieses Thema.)

Hier ist nur eines kurz zu bemerken:

Daten sind keine Währung, weil sie entweder nicht knapp oder nicht öffentlich sind. Dass Daten nicht knapp sind, sieht man an der Urheberrechtspsychose der Content-Industrie, die alles daran setzen will, ihre Güter zu verknappen. Die Offenheit von Daten mit ihrem Wert zu begründen, ist also etwas seltsam: Sobald sie öffentlich sind, verlieren sie ihren Wert – und da sie beliebig verdoppelt werden können, verschwindet ihr Wert völlig. Das Angebot strebt gleichsam gegen unendlich. Man sollte die Vernichtung des Werts der Daten fordern. Das hätte Witz.

Ihr Nutzen verschwindet natürlich nicht. Man denke als materielles Beispiel etwa an Luft. Was allerdings seinen Wert behält, ist die Fähigkeit, Daten zu Nutzen. Diese Fähigkeit lässt sich (noch) nicht beliebig verdoppeln. Das ist das eigentliche Problem.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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Ein Kommentar zu Randnotiz über Daten als Währung

  1. sofias sagt:

    ich find es ja gut, sauber zwischen wert und preis zu unterscheiden:

    auf einem markt werden gewöhnlich dinge mit etwa gleichen preis gegeneinander getauscht, allerdings findet der tausch nur deshalb statt weil die teilnehmer die güter unterschiedlich bewerten.

    die ‚ungeschützten‘ (nicht zwanghaft eingeschränkten) informationen unserer zeit sind keinesfalls wertlos, haben aber einen sehr geringen preis.

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