Eine Welt von Internetausdruckern

Gestern fragte mich eine neu nach Darmstadt gezogene Kollegin nach der örtlichen Parteienlandschaft. Sie darf bei der Kommunalwahl am Sonntag übrigens das erste Mal kumulieren und panaschieren.

Als ordentliche Wissenschaftler reden wir natürlich nicht über Details in ohnedies fragwürdigen Wahlprogrammen, sondern interessieren uns (auch) für Partei-Soziotope. Bei den Piraten angekommen, charakterisiere ich vereinfachend, aber wenigstens nicht völlig falsch und durchaus wohlwollend:

…hauptsächlich technikaffine junge Männer.

Meine Kollegin antwortete kurz und knapp: „Also, dann wähl ich die schonmal nicht!“ und bestätigte damit, warum die in den Parlamenten vertretenen Parteien aus gealterten Offlinern und Internetausdruckern bestehen: Es ist nicht so, dass es das Wahlvolk nicht besser weiß. Das Wahlvolk will es so. m-(

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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2 Kommentare zu Eine Welt von Internetausdruckern

  1. felix sagt:

    Na super. Hätte sie dich damit nicht auch beleidigt? Oder bist du alt und gleichst damit die mit der Technikaffinität verbundene politische Inkompetenz aus?

  2. Kai Denker sagt:

    Ach, als ordentliche Wissenschaftler stehen wir ja gewissermaßen außerhalb auf dem Posten neutraler Beobachter 😉

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