Wohl doch kein Panopticon…

Wenig überraschend wurden meine beiden Talks für den 30c3 in Hamburg abgelehnt. (Der eine Einreichungstext befindet sich hier.) Ich bin nicht wirklich enttäuscht, denn eine Annahme hätte ich als ziemliche Überraschung empfunden: Die c3-Einreichungen werden leider seit einigen Jahren immer politischer ausgewählt, während gleichzeitig die üblichen Verdächtigen, die uns schon seit Jahren das gleiche erzählen, stets ins Programm aufgenommen werden. Das mag weniger die technischen, als viel mehr die gesellschaftspolitischen Talks betreffen, schadet hier aber kein bisschen weniger. Der CCC beziehungsweise der c3 scheinen immer weniger in der Lage zu sein, sich inhaltlich mit abweichenden Meinungen zu befassen oder überhaupt das Risiko einer inhaltlichen Diskussion eingehen zu wollen. Den ziemlich bescheuerten, weil komplett inhaltsfreien Umgang mit der Spackeria, zu der ich sicher nicht gehöre, finde ich hier ein deutliches Beispiel. Wie dem auch sei, ich hätte Ende diesen Jahres ohnehin nur mit Mühe die Muße für den 30c3 finden können und fühle mich durch die Ablehnung durchaus von einer Last befreit. Außerdem kann ich meinen Talk noch immer woanders einreichen. Mich frustriert eher, dass auf die unübersehbare Ideologisierung der CCC-Diskussionskultur folgen wird, was auf so eine Entwicklung immer folgen muss: der schlussendliche Bedeutungsverlust.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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