Kein Heiliger Gral der Texterstellung

Vielleicht haben sich einige gefragt, warum ich in letzter Zeit so wenig in diesem Blog geschrieben habe. Es gibt dafür zwei Gründe: Erstens habe ich wegen meiner Doktorarbeit, aber auch wegen meines neuen Jobs viel zu tun und zweitens habe ich mit einem Karpaltunnelsyndrom zu kämpfen. Es ist zwar nicht so schlimm, dass ich gar nicht mehr tippen kann, aber dennoch werden meine Hände – denn ich habe es auch noch auf beiden Seiten! – schnell müde. Ich musste daher mit meinen „Schreibkräften“ sparsam umgehen.

Nun lebe ich aber im 21. Jahrhundert: Vor etwa zwei Wochen habe ich mir eine Spracherkennungssoftware gekauft. Glücklicherweise sind diese Programme besser als ihr Ruf. Zugegeben: Sie machen eine ganze Menge Fehler und einige Fehler sind zum Schreien komisch. Ich musste mich also damit abfinden, dass ich mir nun nicht nur sehr genau überlegen muss, was ich schreiben will, da ich nun nicht mehr komfortabel zwischen verschiedenen Sätzen hin und her springen kann, sondern auch damit, dass ich nun einen zusätzlichen Korrekturdurchgang beim Erstellen von Texten einplanen muss. Es ist also keineswegs so, finde ich, dass Spracherkennungssoftware Arbeit spart. Das war allerdings auch nicht mein Ziel! Es ging mir nur darum, meine Hände zu schonen, indem ich möglichst viel Schreibarbeit durch Diktate ersetze. Das ist mir zwar gelungen, aber der Heilige Gral der Texterstellung ist mit Spracherkennungssoftware nicht zu finden. Und das ist auch der Grund, warum vermutlich auch in den nächsten Wochen in diesem Blog nicht
sehr viel passieren wird. Ich bitte also um Geduld.

PS: Der Neurologe meint, dass man Karpaltunnelsyndrom zur Zeit nicht operiert werden muss. Ich habe aber eine hübsche blaue Bandage bekommen, die ich nachts artig zu tragen habe. Ich bilde mir zumindest ein, dass es damit besser wird.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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