›Cyberwar‹ – eine postmoderne Technik

Unterdessen ist von mir ein Artikel zum Cyberwar in der Berliner Debatte Initial (4/2015) erschienen, in dem ich mich – kurz gesagt – dem Problem des Cyberwars aus Sicht des Diskurses annähere:

„Cyberwar“ ist nicht einfach eine neue Form des Krieges, die mit informationstechnischen Mitteln ausgetragen wird, auch wenn sich die Debatte zunehmend auf diese Perspektive verengt. Er ist, folgt man dem begriffsprägenden Aufsatz von Arquilla und Ronfeldt von 1993, vor allem eine Folge der information revolution, die die Ordnungsschemata des Krieges, aber auch der Politik transformiert. Der Kampf um Durchsetzung mittels politischer Macht oder militärischer Stärke wird metastufig neu gefasst, indem die Optionen der Zweckbestimmung, der Mittelidentifikation und des Mitteleinsatzes Gegenstand der Auseinandersetzung werden. „Cyberwar“ tritt in dieser Perspektive historisch nur zufällig mit der Ausbreitung von Informationstechnologie auf und darf auf sie keinesfalls verengt werden. Der Aufsatz geht dem Begriff „Cyberwar“ in technikphilosophischer Perspektive am Ort seiner Entstehung nach, markiert seine Bruchlinien und zeigt, dass der Begriff stets diskursstrategisch, d.h. in seiner postmodernen Dimension, betrachtet werden muss.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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Ein Kommentar zu ›Cyberwar‹ – eine postmoderne Technik

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