Deutschlandfunk Kultur scheint auf dem rechten Auge blind

Ich habe mir erlaubt, die folgende E-Mail an das Deutschlandradio zu schicken:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich muss sagen, ich wundere mich: Sie haben mich gerade auf Facebook von der Seite von Deutschlandfunk Kultur gesperrt, nachdem ich einen Artikel, in dem sie Rechtsextremisten und ihre Taten auf der Frankfurter Buchmesse verharmlost, ja unterschlagen haben, kritisiert habe. Gleichzeitig haben sie Beleidigungen von AfD-Mitarbeitern gegen meine Person – beispielsweise wegen meines Körpergewichts [siehe Bild] – stehen lassen. Da Sie einerseits es nicht für nötig erachtet haben, Gewalt gegen Bürger, darunter auch Stadtverordnete aus Frankfurt, zu kritisieren, aber andererseits Angriffe seitens AfD-Mitarbeitern weit unter der Gürtellinie offenbar für unproblematisch halten, kann ich daraus nur mit großem Schrecken und Widerwillen schließen, dass der Deutschlandfunk Kultur sich nun dazu entschieden hat, das Geschäft der Rechtsextremisten zu erledigen. Schließlich nennen Sie im besagten Artikel ohne weitere Einordnung Besucher der Frankfurter Buchmesse, die Beschimpfungen gegen angebliche Linke kommentiert haben, in einem undistanziert wiedergegebenen Zitat „Linksextremisten“, behaupten, es habe seitens rechtsextremistischer Verlage Gesprächsangebote gegenüber den Linken gegeben, erwähnen aber mit keinem Wort die von den Anhängern dieser rechtsextremistischen Verlage ausgehende Gewalt gegen Verleger, Stadtverordnete, Journalisten und andere Besucher der Frankfurter Buchmesse. Wenn Sie sich davon beleidigt fühlen, dass ich geschrieben habe, dass Sie sich für diesen Artikel schämen sollten, dann tut es mir sehr leid, aber ich kann davon nichts zurücknehmen: Denn Sie sollten sich dafür schämen, dass Sie einen so einseitigen Artikel, der auch noch Gewalt unterschlägt, veröffentlicht haben. Dass Sie einen Bürger, der dies kritisiert, sperren, während sie Angriffe auf dessen Person stehen lassen, sagt sehr viel über Sie aus und leider muss ich Ihnen für den Fall, dass Sie nicht wissen, was es über Sie aussagt, mitteilen, dass es nichts Gutes ist. – Möglicherweise handelt es sich aber auch um ein Missverständnis, sie führen ein Gespräch mit dem Mitarbeiter, der Ihre Facebook-Seite betreut hat, entsperren mich dort wieder und gehen zu einer differenzierten Berichterstattung über die von Rechtsextremisten auf der Frankfurter Buchmesse verübte Gewalt über. Schließlich sind wir alle Menschen und so ist es durchaus möglich, dass wir Fehler machen. Es gilt aber: Wer einen Fehler begeht, ihn aber nicht korrigiert, der begeht einen zweiten. Ich würde mich freuen, wenn Sie keine zweiten Fehler begehen würden.

Ich erlaube mir, diese E-Mail zu veröffentlichen.

Da ich Deutschlandfunk Kultur immer sehr gerne gehört habe, verbleibe ich trotz dieses ausgesprochen unerfreulichen Ereignisses mit freundlichen Grüßen,

Kai Denker

 

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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