Deus caritas non est.

Der Vatikan erinnert die UN mal wieder daran, dass man in Rom die Sache mit den Menschenrechten noch immer nicht verstanden hat:

The ordinary meaning of “sexual orientation” refers to feelings and thoughts, not to behaviour. […] A state should never punish a person, or deprive a person of the enjoyment of any human right, based just on the person’s feelings and thoughts, including sexual thoughts and feelings. But states can, and must, regulate behaviours, including various sexual behaviours. Throughout the world, there is a consensus between societies that certain kinds of sexual behaviours must be forbidden by law. Paedophilia and incest are two examples.

Und damit auch dem letzten klar ist, dass es hier nicht etwa um Kindesmissbrauch in der Kirche geht:

People are being attacked for taking positions that do not support sexual behaviour between people of the same sex.

Natürlich könnte man die Schwulen und Lesben ja mit dem Verweis auf Menschenrechte verteidigen. Aber das lassen die keuschen Burschen aus Rom sich nicht gefallen:

The truth is, these attacks are violations of fundamental human rights, and cannot be justified under any circumstances.

Kritik an den menschenverachtenden Ansichten einer antiken Sekte verstößt also gegen die Menschenrechte und es ist ebenso kein Menschenrecht, Gefühle und Gedanken auch praktisch auszudrücken.

Habt ihr’s gemerkt? A state should never punish a person, or deprive a person of the enjoyment of any human right, based just on the person’s feelings and thoughts, including sexual thoughts and feelings. Man darf sich also über diese Menschenfischer denken, was man will, aber wenn man es ausdrückt: The truth is, these attacks are violations of fundamental human rights, and cannot be justified under any circumstances.— Meinungsfreiheit hui, Meinungsäußerung pfui.

Lest Euch mal das pseudophilosophische Geschwurbel zur Rolle der Moral im menschlichen Handeln durch. Wenn das wirklich das Niveau ist, auf dem im Vatikan Theologie und Philosophie betrieben wird, würde ich dringend mal das Leitungswasser dort auf seinen Bleigehalt hin untersuchen lassen.

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Eine Welt von Internetausdruckern

Gestern fragte mich eine neu nach Darmstadt gezogene Kollegin nach der örtlichen Parteienlandschaft. Sie darf bei der Kommunalwahl am Sonntag übrigens das erste Mal kumulieren und panaschieren.

Als ordentliche Wissenschaftler reden wir natürlich nicht über Details in ohnedies fragwürdigen Wahlprogrammen, sondern interessieren uns (auch) für Partei-Soziotope. Bei den Piraten angekommen, charakterisiere ich vereinfachend, aber wenigstens nicht völlig falsch und durchaus wohlwollend:

…hauptsächlich technikaffine junge Männer.

Meine Kollegin antwortete kurz und knapp: „Also, dann wähl ich die schonmal nicht!“ und bestätigte damit, warum die in den Parlamenten vertretenen Parteien aus gealterten Offlinern und Internetausdruckern bestehen: Es ist nicht so, dass es das Wahlvolk nicht besser weiß. Das Wahlvolk will es so. m-(

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Was ist was – Band 3: Atomenergie

Anlässlich der Kernschmelze in Fukushima musste ich ja an meine alten Was-ist-Was-Bücher denken. (Wo sind die eigentlich hingekommen?) Ich hatte noch einen alten Band 3, der damals noch „Atomenergie“ betitelt war. Darin wurden verschiedene Reaktortypen vorgestellt und auch einige Störfälle beschrieben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Siedewasserreaktoren (Fukushima I+II sind dieses Typs.) dabei waren. Der Bruch einer Leitung und das Füllen der Kammer mit verdampften Kühlwasser wurde natürlich als so harmlos dargestellt, wie es damals noch üblich war.

Und wie wir wissen, hat das in Japan suuuuuuper funktioniert ;-(

Aber hey, dieses Buch hat mich zu einem Fan großtechnischer Energieerzeugung gemacht. Mittlerweile ist mir allerdings klar, dass ich großtechnische Anlagen eher erotisch statt vernünftig finde…

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Randnotiz über Daten als Währung

Irgendwo, ich weiß wirklich nicht mehr wo, flog heute ein „Daten sind eine Währung“ an mir vorbei. Vielleicht war auch anders formuliert, ich bin mir nicht mehr sicher. Jedenfalls ging es um den Wert von Daten, die deshalb öffentlich sein müssten. (Ja, wieder dieses Thema.)

Hier ist nur eines kurz zu bemerken:

Daten sind keine Währung, weil sie entweder nicht knapp oder nicht öffentlich sind. Dass Daten nicht knapp sind, sieht man an der Urheberrechtspsychose der Content-Industrie, die alles daran setzen will, ihre Güter zu verknappen. Die Offenheit von Daten mit ihrem Wert zu begründen, ist also etwas seltsam: Sobald sie öffentlich sind, verlieren sie ihren Wert – und da sie beliebig verdoppelt werden können, verschwindet ihr Wert völlig. Das Angebot strebt gleichsam gegen unendlich. Man sollte die Vernichtung des Werts der Daten fordern. Das hätte Witz.

Ihr Nutzen verschwindet natürlich nicht. Man denke als materielles Beispiel etwa an Luft. Was allerdings seinen Wert behält, ist die Fähigkeit, Daten zu Nutzen. Diese Fähigkeit lässt sich (noch) nicht beliebig verdoppeln. Das ist das eigentliche Problem.

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Wie der Datenschutz einmal homophob war…

Zwar sieht die Spackeria, wie ich gestern ausführte, einiges richtig und einiges falsch, doch fehlt mir heute einfach die Zeit, die mittlerweile zahlreichen interessanten Diskussionsbeiträge zu sichten und angemessen zu reagieren. Es gibt da aber eine Sache, die mich gerade nervt:

Auf Twitter muss gerade die Emanzipationsbewegung der Lesben und Schwulen als Argument für beide Seiten herhalten: Einmal ist es der Datenschutz, der es Lesben und Schwulen erlaubt, sich vor Repressionsmaßnahmen zu verstecken – einmal ist es die völlige, geradezu spackereske Offenheit, die zur Befreiung von Lesben und Schwulen geführt habe. Haben sich diese doch in den 1970er Jahren raus aus den Klappen, rein in die Straßen öffentlich zu erkennen gegeben und doch gerade so die gesellschaftliche Liberalisierung ausgelöst.

Beide Positionen sind falsch:

  1. Die Pro-Datenschutz-Position übersieht, dass sich der Datenschutz hier mit der Repression verbündet: Indem die Offenheit mit Strafe bedroht ist, internalisieren die Lesben und Schwulen gerade die Geheimhaltung, die sie als versteckt lebende Perverse in den dunklen Ecken lässt. Gerade weil die Offenheit so gefährlich ist, leben die Lesben und Schwulen im Iran und anderen Ländern so versteckt, dass deren Diktatoren diese umso besser marginalisieren oder gleich ganz verleugnen können.
  2. Die Spackeria-Position übersieht, dass ihr Argument durch eine große Zahl historischer Fakten offenkundig wiederlegt ist. Dazu benötigt man keinen unqualifizierten Antisemitismusvergleich. Schon die Tatsache, dass Frauen als Hälfte der Gesellschaft ziemlich deutlich optisch von Männern unterschieden werden können und dieser Unterschied durch Kleidungsvorschriften und Rituale noch verstärkt wird, zeigt doch, dass die völlige Offenheit über den Parameter „Geschlecht“ nicht notwendig zu einer Emanzipation führt. Bestenfalls und schon das ist eine grobe Vereinfachung ist die Offenheit eine notwendige Bedingung.

Gerade das Beispiel der Frauenbewegung zeigt doch die wahnsinnige Komplexität derartiger Prozesse. Dies gilt nicht weniger für die Lesben- und Schwulenbewegung, die ohne die Frauenbewegung, ohne die Medikalisierung im 19. Jahrhundert, ohne die Verschiebung von Psychologie auf Biologie nicht denkbar gewesen wäre. Und ebenso zeigt das Beispiel der Suffragetten, dass zur Offenheit die Offensive treten muss, um eine gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen. Dass damit eine Subjektkonstitution eigenen Typs einhergeht, hat Foucault gezeigt. Aber auch gestern sagte ich ja schon, dass man den Eindruck hätte, die Subjekttheoriedebatten der letzten 50. Jahre hätten einfach nicht stattgefunden.

Ja, wir haben ein Problem. Ja, der Datenschutz funktioniert so nicht mehr. Ja, wir müssen darüber diskutieren. Aber bitte nicht so. Es nervt.

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Was die Spackeria (nicht) versteht

Um uns herum die Zukunft: Soziale Netze, Datensammler, Suchmaschinen, digitale Sprachverarbeitung, Bilderkennung, Vorratsdatenspeicherung. Das verängstigte Individuum wirft sich den Datenschützern an den Rock. Nur eine kleine, verwirrte Spackeria spricht es offen aus: Der Datenschutz ist tot!

Ist er das wirklich? Ja. Aber anders als die Spackeria behauptet.

Deren Texte kreisen beständig um negative Aussagen: Der Aufwand, private Daten zurückzuhalten, sei unverhältnismäßig hoch, erklärte Julia Schramm heute Spiegel Online. Datenschutzinteressen durch die Union hinreichend verschreckter Bürger erklärt die Spackeria in ihrem Blog mit einem eigentlich der Hackkultur vorbehaltenen Wort: „paranoid“. Dem entgegen steht der letztlich nicht weniger negative Begriff der „Transparenz“ (ebd), der Abwesenheit von allem blickversperrendem:

Doch muss das wesentlich als Chance begriffen werden, einen wirklich transparenten Staat zu schaffen. Dass dies auch die Transparenz der Akteure bedeutet ist ein Schritt, den viele noch nicht geistig gegangen sind. Und für die politischen Akteure heißt dies, ihr Handeln und die möglichen Konsequenzen radikaler zu Ende zu denken. Doch wer im öffentlichen Raum politisch agieren will, darf nicht anonym sein, darf nicht Teile seiner Identität löschen oder löschen lassen, sondern muss vielmehr mit dem Getanen leben lernen. Anonymität und politische Verantwortung schließen einander aus. Vergebung ist hierbei wohl das entscheidene.

In diesem Zitat findet sich in geradezu idealtypischer Weise die Grundlage des Spackerismus: „Chance“, „radikaler zu Ende […] denken“, „leben lernen“, „Verantwortung“ und schließlich „Vergebung“. Der ganze Spackerismus atmet eine Fortschritts- und Fundamentalitätslogik, die sich gegen das Vergessen in Form der Schaffung einer Vergangenheit als Vergangenheit wendet und schließlich, da zeitlogisch Zukunft, „Ende“ und digitale Ewigkeit verkreuzt werden, in den christlichen Begriff der Vergebung gipfelt. Sicher ist eine Theorie, die sich zu ihrer Rettung christlicher und pseudolebensphilosophischer Vokabeln bedient, entlarvt, doch liegen die Dinge nicht ganz so einfach.

Zur Konstruktion des Arguments bedient sich die Spackeria eines übersteigerten und ins Positive gewendeten Panoptismus, der seiner disziplinierenden Funktion gerade durch die Allgemeinheit der Transparenz beraubt ist. War der von Foucault vorgestellte (und bis zum Erbrechen in Netzdebatten wiederholte) Panoptismus Bentham’scher Prägung noch geprägt von einem Gefälle zwischen intransparentem Beobachter und dadurch umso transparenteren Subjekt, verliert der spackereske Beobachter ob seiner totalen Transparenz jeden Sonderstatus. Basierte die Disziplinierung dort auf der potentiell jederzeit stattfindenden Beobachtung, verschwindet sie hier in der aktual jederzeit und nun stets gegenseitig stattfindenden Beobachtung. Sieht man für einen Moment von der völlig fehlenden Differenzierung zwischen Beobachtung in Sinne von Anglotzen, Beobachtung im Sinne von Verstehen und schließlich Beobachtet-haben im Sinne von gewusst werden ab, die zweifellos eine eigene Betrachtung verdient und zahlreiche weitere Aporien spackeresken Denkens sichtbar und transparent machen wird, übersieht die Spackeria die Konsequenzen der unbegrenzten Kapilarisierung panoptistischer Mechanismen – ob nun symmetrisch und aktual jederzeitig oder nicht.

Foucault und im Anschluss daran Deleuze zur Kontrollgesellschaft beschrieben die Implikationen einer beliebig feinen Verteilung der Beobachtung und deren Umschlag in eine Selbsttechnik. Insofern ist es bizarr, wenn die spackereske Theoriebildung Anleihen bei Simmel nehmend die Privatsphäre, Öffentlichkeit und Gesellschaft in verschobenes Ganzes setzt und die „Identität“ mit einem Abstand daneben stellt. Wer Christian Heller auf mancher Tagung des CCC zuhört, hat ohnehin das Gefühl, die subjektivierungstheoretische Debatte der letzten fünfzig Jahre hätte nicht stattgefunden. (Tatsächlich stammt der erwähnte Simmel-Text von 1908.) Zugegeben: Ein Konzept wie „Vergebung“ oder ein mit Getanem „leben lernen“ vermag vielleicht die Disziplinierung aufzuheben, doch haben diese Konzepte, wie wir alle wissen, in den letzten 2000 Jahren grandios funktioniert.

Aber selbst wenn man sich die recht überraschende These, dass es es jetzt endlich einmal funktionieren müsse, zu eigen machte, übersieht die Spackeria völlig, dass nunmehr vollständig öffentliches, vollständig transparentes Wissen aller über alle auch gewusst werden muss, um als Wissen gelten zu können. Für Wissen ist eben nicht Wahrheit und Begründetheit ausreichend, sondern sie muss auf von einer Wissensträgerin als Meinung gehabt werden, um Wissen zu sein. Dass ob der schieren Menge an Daten einer vollständigen Transparenz stets nur ein (vermutlich kleiner) Teil gewusst werden kann, liegt auf der Hand. Ebenso gehört es aber zum Gemeinplatz der digitalen Gegenwart, dass mittels Computertechnik Daten verarbeitet werden können und müssen, bevor sie in einer kondensiertes, gefilterten, ausgewählten und zweckmäßig zugerichteten Form Wissen werden können. Auch hier erfolgt eine spackereske Selbstentlarvung:

Natürlich gibt es aus unserer heutigen Perspektive die angebliche Problematik der Zusammenführung von Informationen (Data Mining) und auch die Bewertung (Scoring) dieser, um neue Erkenntnisse in die bunte Welt der Werbebranche und Kreditinstitute zu bringen, doch welchen gesellschaftlichen Mehrwert haben diese Daten wenn sie zwar vor der einen Personengruppe geschützt, der Anderen aber durch Verkauf – wenn auch in anonymisierten Form – zugeführt werden?

(Hervorhebung von mir.)

Angesichts computerlinguistischer Methoden und ihrer staatlich geförderten Erforschung zum Zwecke der Überwachung (INDECT), nimmt es sich einigermaßen seltsam aus, von einer angeblichen Problematik zu sprechen und diese auch noch auf die Zusammenführung von Informationen zu verenden. (Dass Data Mining als Mechanismus des Information Retrieval eine ganz eigene Problematik besitzt, ist zwar richtig, soll hier jedoch übergangen werden.) Aber auch hier nimmt die Spackeria einen Ausweg und bringt den ominösen gesellschaftlichen Mehrwert in Anschlag – ein Begriff, dem sie in ihren Texten nicht gerecht wird. Aber selbst wenn man dies akzeptierte, wäre die Problematik, dass Wissen nur als gewusstes Wissen auch Wissen ist, noch immer uneingelöst. Oder um es modisch-plakativ zu sagen: Was nutzt es mir, der Gesellschaft oder wem-auch-immer, wenn Googles, Facebooks oder Friedrichs Daten offen zugänglich sind? Muss ich nicht immer noch die Algorithmen kennen, mit denen ich diese Daten sinnvoll verwenden kann? Und selbst wenn ich dieses Expertenwissen habe, muss ich dann nicht noch über die Rechenzeit und den Speicherplatz verfügen, der nötig ist, um die Algorithmen sinnvoll ablaufen zu lassen? Ist es nicht vielmehr so, dass all diese Daten ein gewaltiges Rauschen darstellen, solange ich nicht schon über diese, in unserer Gesellschaft so exklusive Wissens- und Computerressourcen verfüge?

Und selbst wenn all dies kein Problem wäre, stellte sich doch die Frage, ob die völlige Kenntnis aller Daten, aller Algorithmen und aller Möglichkeiten nicht doch nur die Machtinfrastruktur der Kontrollgesellschaft verdoppelte, indem ich nicht mehr von außen beobachtet und diszipliniert werden, sondern ich mich selbst auf diese Algorithmen hin optimiere, um einen möglichst großen Teil einer relevanten Ressource – sei es Geld, sei es Glückseligkeit – zu erreichen? Muss man nicht schon gehörig einen an der protestantischen Klatsche haben, um zu glauben, dass die völlige Offenheit befreit und das allumfassende System der Algorithmen schließlich dem vergibt, der rechten Glaubens an die Weisheit der Algorithmik ist? – Man verzeihe mir diese Redeweise, aber einer gewissen Komik entbehrt die Angelegenheit ja nicht.

Der kurzen Fassung des spakeresken Credos, der Datenschutz sei tot, ist zuzustimmen. Das Grundrecht, das vor 30 Jahren erfunden wurde, passt nicht mehr in eine Zeit, deren bestimmende Infrastruktur informationstechnisch geworden ist. Der Spackeria mag zu verdanken sein, dass sie die Diskussion befördert, doch das eigene Heil mittels religiösen Vokabulars und unter völliger Ignoranz zeitgenössischer philosophischer Diskussionen im Ende des Datenschutzes und in der totalen Offenheit aller gegenüber allen zu suchen, geht am Kern des Problems vorbei.

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Dada-Surrealismus

Ich war heute in der Surrealismus-Ausstellung in der Frankfurter Schirn (noch bis 29. Mai). Ich versuche ja seit Jahren, ein gewisses Verständnis für Kunst zu entwickeln und schleppe hierzu regelmäßig befreundete Kunsthistoriker mit, quasi als exklusive Privatführung. Meistens läuft es darauf hinaus, dass ich kein Wort mehr verstehe und mir der Unterschied von Kunsttradition A und Kunsttradition B als elfenbeintürmelnde Sophisterei erscheint.

Der Surrealismus versöhnte mich aber: Die Ausstellung bedient implizit Begriffe von Absolutheit, Rekognition und Konzeptualisierung, die mir ohnehin im Kopf herumgeistern. Einige Exponate ließen sich sehr schön als Versuch lesen, diese Begriffe zu unterlaufen. Dafür konnte meine kunsthistorisch geschulte Begleitung weniger mit der Ausstellung anfangen. Gut, Surrealismus langweilt wirklich schnell, aber dennoch waren die umgekehrten Vorzeichen einmal erfrischend.

Die Ausstellung lohnt sich übrigens, sofern man nicht erwartet, dass Kunst schön oder wenigstens verständlich sein müsse – aber wer tut das schon… 😉

PS: Apropos Elfenbeinturm. Letzten Samstag war ich noch in der Elfenbein-Ausstellung im Liebieghaus (ebenfalls Frankfurt, noch bis 26. Juni 2011). Mir liegt diese barocke Süffigkeit ja einfach nicht. Die Darstellung des Marsyas-Mythos allerdings ist bezaubernd. Überaus filigran und wahnsinnig detailreich zieht Apollo dem Marsyas die Haut ab. Grandios!

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Blogreform

Anscheinend verlinken noch ein paar auf meine ganz alte Domain www.the-distraught-queen.de und ein paar mehr auf die weniger alte Adresse blog.denker.net – Da ich aber mein Blog und meine Homepage auf http://denker.net/ zusammengelegt habe, bitte ich doch alle Besucher, RSS-Leder und Follower ihre Links zu aktualisieren. 😉

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Satire und Dummheit

Gerade Diskussion im IRC, ob Respect and Obey Authority Fake ist oder nicht. Es wird echt immer schwieriger, Dummheit und Satire voneinander zu unterscheiden. Wenigstens bei den Angriffen auf unseren geliebten Karl-Theodor ist die Sache ja zum Glück noch eindeutig.

Worauf deutet das Verschwinden der Unterschiede zwischen Satire und Dummheit eigentlich mehr hin? Auf die Satire, die feinsinniger wird, oder auf die Dummheit, die dümmer wird? Hoffentlich das erste!

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Nerd-kompatibler Schmuck

Auf der Tagung übrigens noch gesehen und angeblich von Jonathan Johnson (Hamburg), dort aber der flashigen Website nach nicht (mehr) erhältlich:

Jetzt lohnen sich Nerd-Verlobungen noch mehr, was? 😉

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