5%-Hürde für Minderheiten?

Die große Sex-Studie von ProSieben soll „nur“ einen Anteil von 1,8% Homosexueller Männer in der Gesamtbevölkerung ermittelt haben. Na prima. Dann brauchen wir den ganzen Kram wie Homo-Ehe, Anti-Diskriminierung und Menschenrechte gar nicht. Okok, vielleicht wenn es 5% gewesen wären, aber dass es nur 1,8% sind, zeigt doch ganz klar, dass es sich dabei nur um eine marginale Minderheit handelt und beweist, dass es sich dabei um eine Modeerscheinung handeln muss. Eine ernstzunehmende Gruppe ist das nicht und es schadet der Gesellschaft ganz sicher nicht, dieser kleinen Gruppe die Menschenrechte vorzuenthalten.

Also los, ihr durchgeknallten christlichen Scharfmacher, schnauzt doch wieder mal ein bisschen herum. 1,8% der Gesellschaft kann man ja problemlos in die Psychatrien unterm Kreuz bringen und so eine kleine Sünde schwitzt sich ja auch viel leichter aus, nicht wahr, Herr Meißner?

Man darf gespannt sein, wann das erste Hetzarschloch mit diesem (fragwürdigen) Ergebnis hausieren geht. Ich schätze, es dauert grob eine Woche. Und wahrscheinlich ist es mal wieder als erstes das Satiremagazin kreuz.net.

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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