Die 2. Sure

Ich bekam hier ein kleineres Problem nicht in den Griff und habe mir von meinem Hausarzt ein Mittelchen verschreiben lassen. Als ich das Medikament vorhin aus der Apotheke holte, entdeckte ich überrascht, dass es laut Packung aus Schwein gewonnen wurde. Schwein ist für mich nicht tabu, ich mag es nur nicht sonderlich. Aber es gibt ja nun Menschen, denen aus Gründen Schwein nicht auf den Teller kommt.

Daran hat der Hersteller gedacht und einen Abschnitt für moslemische Patienten hinzugefügt, der den Koran zitiert (173. Vers der 2. Sure). Ich bin ja nun wirklich alles andere als religiös, aber ich finde es gut, dass eine Pharmafirma an sowas denkt – nur wieso steht es dort nur auf Deutsch und Türkisch? Müsste es dort nicht wenigstens auch auf Arabisch stehen?

Über Kai Denker

Kai Denker studierte Philosophie, Geschichte und Informatik an der TU Darmstadt. Seitdem sitzt er an einer Promotion in Philosophie mit einem Projekt zu dem Problem der Mathematisierbarkeit von Sprache bei Gilles Deleuze. Er leitet eine Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung interdisziplinärer Lehre und publiziert über Philosophie, Wissenschaft, Cybersecurity und Netzkultur.
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2 Kommentare zu Die 2. Sure

  1. Güldenklee sagt:

    … nun ja… oder vielleicht auf hebräisch…

  2. Kai Denker sagt:

    Ich weiß nicht, ob es in den jüdischen Speisegesetzen eine Ausnahmeregelung für Notlagen oder Medikamente etc. gibt. Es macht nämlich recht wenig Sinn, eine Sure auf Hebräisch abzudrucken, oder?

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