Saarländische Elite

Was passiert, wenn Bildungspolitiker Geld in die Hand nehmen, um zu spielen? Heraus kommt ein feuchter Elitentraum, der an die Zukunft denkt: Wie Zeit Online berichtet, hat das Saarland eine Stiftung ins Leben gerufen, die begabte Studierende fördern soll – aber:

Die Schwerpunkte der Förderung liegen in Mathematik, den Naturwissenschaften, Informatik und Biomedizin.

Zitiert wird überdies ein ehemaliger SPD-Ministerpräsident, der betont, dass man die Fächer unterstützen wolle, die für „die Zukunft“ des Saarlands besonders wichtig seien. Damit folgt das Saarland erstmals de jure einer Politik, die die Bundesregierung mit dem nationalen Stipendien-Rohrkrepierer-Programm schon de facto eingeläutet hatte: Frau Schavan hatte nämlich für ihr Programm vorgesehen, dass Stipendien nur dann ausgezahlt werden können, wenn die Hälfte der Stipendienhöhe von privaten Geldgebern, insb. der Wirtschaft, übernommen werden. Die Universitäten sollten diese Mittel selbst einwerben – und zwar für konkrete Fächer. Der große Katzenjammer seitens der Universitätspräsidien wurde mit einem kleinen Zuckerl getröstet und niemand scheint wirklich bemerkt zu haben, was Frau Schavan uns hier für ein Ei ins Nest gelegt hat: De facto dürfte es nämlich zukünftig so laufen, dass Universitäten nur für Fächer private Mittel einwerben können, die irgendeiner Nadelstreifen-Niete mit BWL-Abschluss sinnvoll erscheinen. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir bald eine Schwemme von BWL-, Informatik- und Maschinenbau-Stipendien erleben, denen nicht genug qualifizierte Studierende der entsprechenden Fächer gegenüber stehen.

Damit hat Frau Schavan aber unbemerkt ein Tabu gebrochen: Bisher war es den Universitäten und Studierenden weitgehend selbst überlassen, welche Fächer wie sehr unterstützt werden sollten. Sicher hat es immer Einmischung seitens der Ministerien gegeben, aber diese erfolgte selten so offen wie in den letzten Jahren. Dass dieses Tabu aber bestand, zeigt, dass beispielsweise die nicht gerade für freigiebige Wohltaten bekannten Privatbanken bei ihren Studienkrediten nicht nach Fächern unterschieden. Die Zinsen sind für einen Kunstgeschichtsstudenten ebenso hoch wie für einen BWL-Studenten.

Das Saarland ist also nun zu einer offenen Diskriminierung der Studienfächer übergegangen und es steht zu vermuten, dass andere Bundesländer mit ähnlichen Tricks folgen werden. Der Trick dürfte dabei auch aus einer gewissen Not geboren worden sein: Nachdem die Landesregierung dazu übergegangen waren und Universitäten immer mehr Autonomie eingeräumt hatten, wuchs der Druck gleichzeitig, Mittel intern nach Leitungsindikatoren zu vergeben. Damit würde die Universität, so die mutmaßliche Überzeugung, schon die besser aufgestellten Fächer wie beispielsweise Naturwissenschaften stärker fördern als unwichtige Fächer wie etwa Philosophie. Im Falle meiner Universität hat sich aber gezeigt, dass die Umstellung auf eine indikatorgestützte Ressourcenverteilung diesen Fächern aber eher genutzt als geschadet hat. Zwar gibt es von dieser Regel Ausnahmen, doch zeigte sich, dass die zuvor eher politisch orientierte Mittelverteilung die Position der „weichen“ Wissenschaften geschwächt hat, während diese nun mit konkreten Zahlen auftreten und eine bessere, d.h. höhere Mittelzuteilung erreichen konnten. So hat die Umstellung der universitätsinternen Mittelvergabe auf ein – oberflächlich betrachtet – wirtschaftsaffineres Modell gerade den Wissenschaften genutzt, die in den feuchten Träumen mancher Bildungspolitik nichts als brotlos sind.

Da die Axt nun nicht mehr an den mehr oder minder autonomen und immer mehr Marktkräften ausgelieferten Universitäten angesetzen, das Angebot also nicht mehr gelenkt werden kann, gehen die Herren und Damen Bildungspolitiker nun zur Lenkung der Nachfrage über: Stipendien gibt es bald nur noch für Studierende der richtigen Fächer. Statt das Bafög endlich nachhaltig zu erhöhen oder ein sozial gerechtes Stipendienprogramm (- nun, gut, so eines will ich sehen!) zu schaffen, bricht man das Tabu der Fächerdiskriminierung.

Wichtig ist es nun aber, darauf hinzuweisen, dass das Problem nicht etwa darin besteht, dass das Studium nur noch mehr auf den Markt ausgerichtet wird. Das sieht oberflächlich sicher so aus, ist aber eine Fehleinschätzung. Das Problem ist hier nicht zu viel, sondern zu wenig „Markt“. Die Fächer, die im Saarland bevorzugt werden, wurden ebenso wenig mittels objektiven Kriterien ermittelt, wie dies beim nationalen Stipendienprogramm durch Manager der Fall sein wird. Die Auswahl basiert nicht auf harten Fakten, sondern auf Vorurteilen. Denn wie ist es anders zu erklären, dass der Maschinenbau in der Aufzählung beispielsweise nicht zu finden ist, während es doch gerade diese Branche ist, die maßgeblich zum Export beiträgt?

Die Auswahl erscheint also im höchsten Maße willkürlich, und was würde wohl passieren, wenn man hier streng nach objektiven Kriterien vorgehen würde? Könnte sich dann nicht vielleicht zeigen, dass Mathematik volkswirtschaftlich vollkommen sinnlos ist? Oder sollte man nicht vielleicht nach Kriterien fragen, die nicht nur das Wirtschaftswachstum im Auge haben? Aber selbst wenn man nur nach Profiten fragt: Wollen wir wirklich vergessen, dass es gerade die Resonanzen, die zwischen Philosophie, Mathematik und Physik im späten 19. Jahrhundert bestanden, waren, die schließlich die wichtigsten Voraussetzungen der Computertechnik geschaffen haben? (Es mag beliebt sein, die Philosophie hierbei zu vergessen. Denjenigen, die dies tun, sei einfach nur Frege zur Lektüre empfohlen.) Der Nutzen der Philosophie mag selten und fern sein, aber gelegentlich ist er auch groß.

Nein, die Manipulierung der Nachfrage nach Studiengängen ist kein Ausdruck einer Marktliberalisierung, sondern Zeichen einer bornierten Bildungspolitik, in der noch immer Politiker glauben, die richtige Lösung in ihren eigenen Vorurteilen zu finden. Den Universitäten und den Studierenden ihre Entscheidungen selbst zu überlassen muss da sicher als eine irre Traumtänzerei erscheinen.

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Gemmologinnenwahrheiten

Oh, Schreck, eine Klimaskeptikerin bei der CDU: Marie-Luise Dött bezweifelt den Klimawandel. (Link) Sieht man davon ab, dass alles perfekt zusammenpasst (Umweltpolitische Sprecherin, erzkatholisch, unternehmerfreundlich), gibt sie als Beruf u.a. „Gemmologin“ an.

Kennste nich? Frag das Internet:

Gemmologen und Gemmologinnen sind Fachleute für Schmuck und Edelsteine. […] Für diese Weiterbildung ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Bildungsträger legen eigene Zugangskriterien fest. Ein Schulabschluss sollte jedoch vorhanden sein.

Noch Fragen?

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Haben beide Recht?

Aussage gegen Aussage“ schreibt die Zeit im Streit zwischen Merkel und Sarkozy. Ich kann mich auch nicht entscheiden, wer denn nun die Wahrheit sagt und wer lügt. Vermutlich haben einfach beide Recht:

Merkel hat das zwar gesagt, aber Sarkozy hat es nicht gehört und sich anschließend zufällig das richtige ausgedacht und lügt damit zufällig etwas, was wahr ist.

Ach, was wäre *das* einfach…

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Und der deutsche Simpel darf’s wegmachen…

Ich finde es ja immer wieder faszinierend, dass Menschenrechte und Rechtsstaat in so vielen Gehirnen einfach nicht angekommen sind. Bevor ich ein aktuelles Beispiel berichte, kann ich mir eine kurze Exkursion nicht verkneifen: Ein Freund von mir, heute Richter, war einmal bei der Staatsanwaltschaft und bekam in diesem Zusammenhang eine Führung durch die Einrichtungen der Flughafenpolizei in Frankfurt. Er besichtigte eine Spezialtoilette, die Verdächtige, die mutmaßlich Drogen in ihrem Darm transportieren, benutzen müssen. Dort müssen sie sich mit Hilfe geeigneter Medikamente erleichtern, worauf ihre Ausscheidungen in eine Art Sieb fallen. Dort können, sofern vorhanden, die Drogenpäckchen aus dem sonstigen Darminhalt herausgesucht werden. Der Beamte, der die Führung machte, erzählte, dass es manchmal vorkomme, dass man den Verdächtigen dazu anhalte, unter Aufsicht die Suche nach Päckchen selbst zu unternehmen. Mein Freund fragte dann, so seine Erzählung, ob es nicht gegen die Menschenwürde verstoße, den Verdächtigen in seinen eigenen Exkrementen wühlen zu lassen. Er erhielt darauf ungefähr diese Antwort:

Menschenrechte, Menschenrechte – und der deutsche Simpel darf’s wegmachen, oder was?

Wie dünn die Schicht ist, auf der unsere romantische Vorstellung von unveräußerlichen Menschenrechten steht, kann man auch im aktuellen Stern besichtigen. Nun, ich lese diese Publikation nicht, aber meine Eltern tun es und so blättere ich bei Besuchen schon mal im Stern und denke mir so meinen Teil. Heute habe ich etwas gefunden, was ich gerne mit Euch teilen möchte. In einem länglichen Artikel zur aktuellen Debatte um die Sicherungsverwahrung wird auf Seite 55 ein Bild von „besorgten Nachbarn“ aus Hamburg gezeigt, die neben Hunden, einem Kind und bis zur Ironie inszenierten Sorgenfalten auch vier Schilder in die Kamera halten:

„Vergewaltiger Sollten KEINE Menschenrechte haben!“

„Bitte Leiser! Sadistischer SerienVERGEWALTIGER braucht Ruhe!“

„Vergewaltiger haben Menschenrechte! Und wass[sic!] ist mit den Opfern?“

„Die tickende Zeitbombe in der [Straßenname] Wer schützt uns?“

Nun weiß ich natürlich nicht, ob das Foto gestellt ist, aber die eingangs erzählte Episode zeigt wie plausibel sie ist. Erlauben wir uns also, das Bild ernst zu nehmen und einfach zu glauben, was in der Zeitung steht. Mich interessiert auch nicht der restliche Artikel, sondern wirklich nur das Bild.

Ist es nicht so, dass man sich eigentlich mehr vor solchen Nachbarn als vor Menschen sorgen sollte, die der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte aus einer unhaltbaren Situation befreit hat? Sicher, es ist schwer einzusehen, dass Deutschland mit der nachträglichen Sicherungsverwahrung gegen die Menschenrechte und elementare Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit verstoßen hat und es ist ja nun auch nicht so, dass ich jubeln würde, wenn Menschen, die vermutlich tatsächlich gefährlicher als der Bevölkerungsdurchschnitt sind, in meine Nachbarschaft zögen, aber ist es wirklich angemessen, diesen Menschen gleich ihre elementaren Grundrechte abzusprechen? Wieso ist es so unendlich schwer, einzusehen, dass wir uns mit den Menschenrechten eine absolute Grenze unseres Handelns gesetzt haben, die wir auch bei dem schlimmsten Verbrecher nicht überschreiten dürfen? Wieso verstehen so viele Menschen nicht, dass sie mit der Forderung, einem Menschen Menschenrechte vorzuenthalten, gerade die Grenze überschreiten, die der Täter überschritten hat? Ist es wirklich ein Unterschied, jemandem zum Objekt sexueller Gewalt zu machen wirklich so anders als jemandem seine Menschlichkeit gänzlich zu bestreiten? Natürlich ist es ein riesiger Abstand in der Manier, aber ist es auch ein Abstand im Prinzip? Wenn es einen Abstand im Prinzip gibt, dann vermag ich ihn hier nicht zu sehen. Den eigenen Trieben und Gefühlen gänzlich freien Lauf zu lassen und einen anderen Menschen dadurch bis auf die Ebene eines Dings oder eines Tiers erniedrigen zu wollen, ist beiden Affekten gemein – ob sie nun aus Angst, Hass oder Geilheit geschehen.

Aber seien wir mal ganz pragmatisch: Was begünstigt die Prognose eines Täters wohl mehr, was macht eine erfolgreiche Resozialisierung wohl wahrscheinlicher? Soll man ihm die Chance auf eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft einräumen oder soll man ihn dämonisieren? Wer wird wohl eher zum Täter? Ein einsamer Arbeitsloser ohne soziale Kontakte, der auf der Straße angespuckt wird – oder jemand, dem es gestattet wird, ein produktives Mitglied der Gesellschaft zu sein? Ich meine nicht, dass man dem Täter einfach verzeihen sollte oder so tun sollte, als sei nichts gewesen. Ich meine auch nicht, dass man jede Achtsamkeit und Aufmerksamkeit fallen lassen sollte. Ich meine nur, dass man ihm die Chance im eigenen Interesse und im Interesse der eigenen Menschlichkeit einräumen sollte.

Es mag ein wenig eitel sein, aber den Rechtsstaat und die Menschenrechte gegen Angst und Hass zu verteidigen, ist die eigentliche Lehre, die wir ziehen müssen und entsprechend müssen wir vor uns selbst erschrecken, wenn wir uns in ein dunkleres Zeitalter zurückwünschen.

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Salonsozialistische Solidaritäten

Letztes Wochenende fand die zweite Ausgabe unserer PreDoc-Tagung „Junge Philosophie“ in an der TU Darmstadt statt und war – wie sollte es anders sein – wieder außerordentlich erfolgreich.

Eine betrübliche Sache muss ich dennoch berichten: Ich hatte in diesem Blog ja schon mehrfach über Studierende an meinem Institut berichtet, die sich selbst für die besseren Menschen halten. Sie sind die einzigen, die noch wissen, was Solidarität bedeutet und dass starke Schultern mehr tragen müssen als schwache. Sie wissen wie wichtig noch immer die Frankfurter Schule ist und dass es nur mit ihr möglich ist, den gesamtgesellschaftlichen Verblendungszusammenhang aufzudecken und zu durchbrechen.

Hierzu bringen sie manchmal Anträge in den Fachbereichsrat (FBR) ein, über deren Qualität sich sogar die linke Professorenschaft wundert. So hatten wir in der letzten Sitzung über einen Antrag zu entscheiden, dessen Inhalt darin bestand, dass der FBR erklären solle, dass die Prüfungsordnung  (PO) einzuhalten sei. In der Diskussion kam dann allerdings heraus, dass die Antragssteller der Auffassung waren, sie könnten aus der PO, die verschiedene schriftliche Prüfungsformen kennt, das Recht ableiten, sich selbst für eine Prüfungsform zu entscheiden. Nun ist zwar die Forderung, dass Studenten in jeder Veranstaltung zwischen mindestens zwei schriftlichen Prüfungsformen wählen können sollten, richtig und wird auch von meiner Fraktion erhoben, aber über die sprachliche und inhaltliche Qualität des Antrags der anderen Fraktion mussten wir uns doch sehr wundern. Der Antrag wurde übrigens auch nicht zur Beschlussfassung angenommen: Man war sich einig, dass es absolut sinnlos sei, ihn in der vorliegenden Form zu beschließen.

Manchmal besetzen diese Studierenden aber auch das Schloss, sperren Mitarbeiter ein und hindern Studierende in der Prüfungsphase daran, die Bibliothek zu betreten. Ebenso wurde sie schon bei der Zerstörung von Plakaten der anderen Fraktionen oder auch der Jungen Philosophie erwischt. Eine beliebte Geschichte ist auch, als die linke Fraktion respektive deren Wortführerin im FBR die Haushaltsberatungen schweigend über sich ergehen ließ, sich bei der Abstimmung enthielt und nach der Beschlussfassung schließlich eine „grundsätzliche Diskussion darüber, dass sich der Fachbereich einer neoliberalen Verwertungslogik ausliefert,“ anfangen wollte. Der Dekan blockte den Versuch seinerzeit ab und verwies darauf, dass man doch gerade diskutiert und entschieden hätte. Die Wortführerin lief darauf rot an, bekam feuchte Augen und rief mit bebender Stimme aus: „Das werden Sie ja wohl nicht Diskussion nennen!“

Letztes Jahr bei der Organisation der ersten Runde unserer Nachwuchstagung waren diese Studierenden noch beteiligt: Wir diskutierten die Frage nach einem kleinen Tagungsbeitrag, da es uns nicht erlaubt ist, aus den Mitteln, die die Universität uns zur Verfügung stellt, Essen oder Kaffee zu kaufen. Erst wollten sie nicht einsehen, dass wir Haushaltsspielregeln nicht einfach außer Kraft setzen können, wenn uns danach ist: „Aber man muss sich doch nicht immer daran halten!“ Als sie damit bei uns nicht ankamen, traten sie eine Diskussion über Adorno und den vollständig verwalteten Menschen los: Einen Tagungsbeitrag zu verlangen, ist schließlich der erste Schritt zum Faschismus…

Dieses Jahr luden wir sie zwar wieder zur Mitarbeit ein, aber erhielten auf unsere E-Mails keine Antwort. Stattdessen wurde behauptet, ich hätte mir zur Durchführung der Tagung eine Stelle geschaffen. Nun hätte ich zwar gerne eine Stelle, aber dass für die Organisation einer Tagung eine richtige Stelle rausspringt, ist doch eher eine wunderliche Idee. Sie bezogen sich übrigens auf einen Antrag auf eine Hilfskraftstelle, der allerdings ausdrücklich nichts mit der Durchführung der Tagung zu tun hatte – die Hilfskraftstelle wurde bewilligt, dann aber auf mehrere Studierende aufgeteilt. Das war der Wortführerin bekannt, hielt sie aber nicht von ihrer Geschichte ab. Tatsächlich wurden die Gerüchte gegen das Projekt verstärkt: Angeblich seien wir neoliberal verseucht und täten all das nur für unseren Lebenslauf. Nun glaube ich nicht, dass man von Neoliberalismus sprechen kann, wenn man etwas ehrenamtlich tut, aber dass ich die Organisation der Tagung in meinen Lebenslauf geschrieben habe, bestreite ich gar nicht: Wieso auch nicht? Ginge es mir allerdings nur um Einträge im Lebenslauf, dann würde ich mir sicher etwas suchen, was weniger Arbeit macht. 😉

In der Feedbackrunde zur ersten Tagung 2009 wurde übrigens von den teilnehmenden Studierenden und PreDocs vorgeschlagen, einen kleinen Tagungsbeitrag einzuführen und dafür beispielsweise Frühstück und Kaffee anzubieten. Wir haben das dieses Jahr gemacht: Für Vortragende 9€, für alle anderen 18€, wobei die 9€ nicht kostendeckend sind und durch die 18€ teilweise querfinanziert werden. Eine solche Mischkalkulation ist bei Tagungen ja nun wirklich nichts ungewöhnliches. Hätten wir die Referenten aber ganz von Beitrag befreien wollen, wäre der volle Beitrag auf ungefähr 30€ gestiegen. Das wollten wir aber vermeiden. Für die 9 bzw. 18€ gab es dann also: Häppchen, Sekt und Kino am ersten Abend, danach drei Tage Frühstücksflatrate bis ungefähr 14:00 und Kaffeeflatrate bis ungefähr 18:00. Außerdem noch Sekt zur Vernissage, Tagungsmappe, Namensschild, ungefähr 40 Vorträge und eine – wie ich finde – schicke Tasse. Um die Müllschlacht des letzten Jahres zu vermeiden, haben wir uns nämlich für Geschirr entschieden, das wir von einem Unternehmen haben liefern und anschließend reinigen lassen. Es ist völlig klar, dass 18€ hierfür absolut bizarr übertrieben sind. Eine richtige Unverschämtheit, wie uns ein Student der hier vorgeführten Fraktion im Tagungsbüro lauthals wissen ließ.

Zum Vergleich: Ich war Anfang August auf einer Summerschool und einer Tagung in Österreich. Allein der Beitrag zur Tagung enthielt nicht mehr als fünf Getränkegutscheine, ein Abendessen und eine Weinverköstigung: 125€ regulär, 62€ Studenten. Die Summerschool mit Tagung zusammen schlug mit 220€ zu buche, enthielt aber Mittag- und Abendessen für die Zeit der Summerschool. Im Vergleich mit den 62€ Studentenbeitrag sind unsere 18€ für 3½ Tage natürlich ein Zeichen des Neoliberalismus und einer scheußlichen Ausbeutungs- und Verwertungslogik. Das ließ mich dann auch die oben genannte Wortführerin wissen:

Nachdem diese nämlich überall unterstrichen hatte, was für ein neoliberales Gesindel wir seien und wie grauenhaft doch alles sei, musste sie sich von diesem Grauen offenbar selbst überzeugen und schlug bei unserer Tagung auf. Die Dokumentation unserer Taten erfolgte, indem sie drei Tage lang in Vorträgen saß und fleißig mitdiskutierte. Sie hatte allerdings keine Tagungsmappe unter dem Arm und ich hatte im System auch ihre Anmeldung nicht gesehen. Ich hatte also im Backoffice geschaut, ob sie vielleicht nachträglich erfasst worden wäre, könnte sie in der Datenbank aber nicht finden. Also sprach ich sie an, ob sie ihren Tagungsbeitrag bezahlt hätte. Sie verneinte, sie sähe das absolut nicht ein und ging. Ich rief ihr daraufhin ein unschönes Wort hinterher, das mir eigentlich sogar ein bisschen Leid tut, aber inhaltlich absolut richtig war. So bezeichnet man im Mittelhochdeutschen nun einmal Wesen, die sich auf Kosten anderer ernähren, aber selbst nichts beitragen. Sie echauffierte sich, wie erwartet. Ich bestätigte meine Auffassung und verlangte, dass sie bezahlen mögen – wie alle anderen auch. Sie weigerte sich. Ich verlangte, dass sie Veranstaltung verlassen möge, woraufhin sie weglief und rief: „Zwing mich doch!“

Ich habe tatsächlich überlegt, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und sie ggf. mit Hilfe der Polizei aus dem Schloss entfernen zu lassen. Ich habe mich dann aber im Interesse der Stimmung der Tagung dagegen entschieden. Die Polizei zu rufen, hätte eine Eskalation bedeutet, die ich nicht in Kauf nehmen wollte.

Rückblickend betrachtet bin ich mit ihrem Verhalten aber sehr zufrieden, da sie sich endlich entlarvt hat: Wir haben schon bei ihrem Wunsch, direkt nach dem Bachelor ohne Master zu promovieren, die Augenbrauen hochgezogen, als sie für sich die Installation eines Promotionsprogramms verlangte, das sich mangels Stipendien, Bafögs etc. nur Kinder reicher Eltern leisten können und sie einen vorläufigen negativen Bescheid als persönliche Zumutung zu betrachten schien. Sie? Erst einen Master machen lassen?? Sie behandeln wie alle anderen auch?! Bitte?

Nun ist aber gänzlich klar, dass es mit ihren Solidaritätsreden nicht allzu weit her ist. Um die berechtigten Interessen anderer schert sie sich einen Dreck! Ist etwas in ihrem Interesse, ist es solidarisch, links und gerecht. Entspricht eine Verwaltungsvorschrift, ein Beschluss oder eine Mischkalkulation nicht ihren Wünschen, ist es neoliberal, rechts und eine Frechheit. Wenn man lautstark Gerechtigkeit fordert, sollte man wenigstens darauf achten, sich nicht ständig bei Hummer und Mouton Rothschild 1945 (sponsored by Daddy?) erwischen zu lassen. Sogar im Spätkapitalismus braucht der Salonsozialist ein Quentchen Glaubwürdigkeit. 😉

http://blog.denker.net/about/
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Naheliegende Features

Für die Nachwuchstagung, an der ich mitorganisiere, haben wir den Pentabarf als Conference Planing Tool eingesetzt. Als wir vor ein paar Tagen das Programm fertig hatten und den ersten HTML/XML-Export fertig hatten, mussten wir feststellen, dass das Programm dort die Rollen der beteiligten Personen verschweigt, sodass es unmöglich ist, im Programm Speaker und Moderatoren zu unterscheiden.

Da ich kein Ruby kann und dachte, dass ein so naheliegendes Feature existieren müsse, fragte ich auf irc.oftc.net in #pentabarf nach: keine Antwort. Auch Google wusste nichts, das Bugtrackingsystem nicht etc. – Ich glaube bis heute nicht, dass niemand dieses Feature requestet hat… naja.

Ich kann jetzt übrigens so viel Ruby, dass ich das Problem selbst gelöst habe. Mal sehen ob eine Reaktion auf den Patch erfolgt %-)

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Akuter Gehirngebrauch…

Das Verfassungsgericht Costa Ricas hat geurteilt, dass Minderheitenrechte nicht Gegenstand einer Mehrheitsentscheidung sein können, weil sie einen Anspruch der Minderheit gegen die Mehrheit darstellen. Die katholische Kirche, die den Volksentscheid gegen die Rechte einer Minderheit angezettelt hat, dürfte jetzt natürlich schäumen, wird aber akzeptieren müssen, dass auch 98% nicht entscheiden können, 2% elementare Rechte vorzuenthalten.

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Homöopathische Rettung des Systems

Mir ist erst gerade klar geworden, was für ein brillanter Heiler Karl Lauterbach ist. Er hat tatsächlich die Lösung die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung gefunden, die eigentlich vor unser aller Augen lag:

Die Streichung von Homöopathie aus dem Leistungskatalog wird das Gesundheitssystem schlagartig heilen.

Wieso?

Nun:

Das Problem der GKV ist, dass zu viele Menschen zu oft ernsthafte Krankheiten bekommen, deren Behandlung zu teuer ist. Nun wirkt Homöopathie, das weiß ja jeder Heiler, paradox: Man muss das, was die Krankheit den Symptomen nach auslöst, ausreichend potenzieren, um die Krankheit zu behandeln. Was löst aber hohe Behandlungskosten aus? Schlechte Medizin! Homöopathie ist aber gute Medizin – das weiß jeder Heiler. Also ist die Anwendung von Homöopathie im GKV-System ein allopathisches Herumdoktern an den Problem und keinesfalls ganzheitlich. Wir brauchen aber doch schlechte Medizin, die ausreichend potenziert die GKV heilt. Da Homöopathie aber gute Medizin ist, ist ihr Gegenteil schlechte Medizin, die potenziert heilend wirkt, denn was ist weiter von guter Medizin (d.i. Homöopathie) entfernt als keine Homöopathie? Damit ist keine-Homöopathie schlechte Medizin. Nun ist es aber auch wahr, dass Homöopathie nur einen kleinen Anteil der Kosten in der GKV ausmacht. Sie zu streichen wäre also eine winzig kleine Menge, die kaum messbar ist.

Damit erfüllt die Streichung von Homöopathie genau die richtigen Voraussetzungen für eine Heilung: Es wird genau das getan, was alles schlimmer macht, aber eben in einer winzig kleinen Menge.

Karl Lauterbach hat sich übrigens viele Jahre Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem kranken GKV-System genommen. Er hat dessen Lebensunstände genau analysiert und jetzt die richtige Zubereitung ausgewählt. Das Homöopathie-Verbotsgesetz ausreichend potenziert an die Kassen geschickt, wird im Nu deren Einnahmen sprudeln lassen. Bei meinen Nachbarn hat es auch funktioniert und ich verstehe nicht, wieso die Homöopathen nicht längst einstimmen: Ich vermute, die, die gegen die Streichung von Homöopathie aus dem Kassen-Leistungskatalog sind, werden von der Globuli-Industrie bezahlt. Wir müssen aber das GKV-System endlich ganzheitlich heilen und dürfen uns nicht auf chemische Glukose verlassen.

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Künast D120

Ich schrieb Renate Künast eine E-Mail:

Liebe Frau Künast,

ich schätze die Grünen seit vielen Jahren als moderne und selbstkritische Alternative zu den so genannten Volksparteien. Ich stimme zwar nicht in allen Punkten mit Ihrer Partei überein, doch entspricht das von Ihnen vertretene Gesellschaftsmodell und Ihr Engagement für eine moderne Energie- und Bürgerrechtspolitik am ehesten meinen Vorstellungen.

Daher bin ich über Ihre Forderung, der GKV auch weiterhin die Übernahme von homöopathischen „Behandlunen“ zu gestatten, erschrocken und traurig. Laut tagesschau.de sagten Sie:

„Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.“

Sie haben vollkommen Recht, dass die wissenschaftliche Medizin, wie sie an unseren Universitäten gelehrt wird und die unsere Lebensqualität über jedes in der Menschheitsgeschichte bekannte Maß hinaus gehoben hat, auf natürliche Produkte zurückgreift, auch wenn diese teilweise nur nachgeahmt werden. Das bekannteste Beispiel dürfte Aspirin sein, das heute großtechnisch hergestellt
wird, aber ursprünglich auf einem Extrakt aus der Weidenrinde basiert. Zwar darf hier nicht vergessen werden, dass das ursprüngliche Extrakt, das von Menschen seit Jahrtausenden erfolgreich gegen Schmerzen eingesetzt wird, den Magen schädigt und die Modifikation der ursprünglichen Substanz durch die Industrie somit tatsächlich einen Fortschritt darstellt, aber auch Salbei und
Eukalyptus, die ich für die Selbstmedikation bei leichten Erkältungen überaus schätze, sind klassische Beispiele für den großen Nutzen, den unsere Zivilisation aus dem „Wissen“ der Natur ziehen kann.

Umso erschrockener bin ich aber darüber, dass Sie offenbar nicht zwischen Homöopathie und Heilmitteln „aus der Natur“ differenzieren: Homöopathie basiert gerade nicht auf natürlichen Substanzen und fixiert auch kein Jahrtausende altes Wissen, sondern ist eine esoterische Lehre, die Ende des 18. Jahrhunderts von Samuel Hahnemann erfunden wurde. Der Name „Homöopathie“ kommt aus dem altgriechischen und bedeutet dort „das Gleiche“ und „Leiden“ (ὅμοιος, πάθος). Um Homöopathie zu verstehen, muss man diesen Namen wörtlich nehmen: Der Grundgedanke der H. ist, dass solche Substanzen Krankheiten heilen
können, deren Symptome sie auslösen, sofern sie auf eine bestimmte Weise zubereitet wurden. So vertreten Homöopathen die Auffassung, dass Bella Donna, also die (giftige) schwarze Tollkirsche, ein Mittel gegen Krämpfe, Fieber, Hirnhautentzündung(!) und Tollwut(!) darstellt. Im Handel befindet sich beispielsweise eine Zubereitung von Bella Donna D120 Globuli. Dabei handelt es
sich um Zuckerperlen, in denen die Substanz der Bella Donna im Verhältnis von 1:10^120 enthalten ist. Die Homöopathie vertritt die Auffassung, dass etwas um so stärker wirkt, je stärker es verdünnt ist. Nun enthält das beobachtbare Universum ungefähr 10^80 Teilchen. Mit etwas Mathematik erkennt man, dass bei einem Verdünnungsgrad von D120 also in 10^40 Universen(!) ein Teilchen der ursprünglichen Substanz enthalten ist. Zum Vergleich: Die Deutschen Staatsschulden bewegen sich im Bereich von 10^13. (Falls Sie sich wundern: Mit Hilfe der Potenzierung lassen sich solche Verdünnungen zumindest theoretisch durchaus herstellen. De facto ist es aber so, dass aufgrund der natürlichen Verschmutzung bereits Leitungswasser bei ungefähr Bella Donna D17 liegt. Dies
entspricht ungefähr einer Tollkirsche in der gesamten Wasserversorgung der Stadt Leipzig. D.h. dass bereits Leitungswasser deutlich stärker konzentriert ist und keine weitere Verdünnung mehr gestattet. Es bedeutet aber auch, dass Leitungswasser ein schwaches homöopathisches Mittel gegen Fieber ist.)

Um Ihnen die „physikalische“ Theorie der Homöopathen noch deutlicher zu machen: Atommüll strahlt bekanntlich und verursacht u.a. Strahlenkrankheit, Zeugungsunfähigkeit, Krebs. Würde man ein Atom(!) strahlenden Urans auf homöopathische Weise mit dem gesamten Wasser der Erde „verschütteln“, so erhielte man ungefähr Uran D49. Das wäre immernoch deutlich zu stark verglichen mit Bella Donna D120, würde aber ein gutes homöopathisches Medikament gegen Krebs abgeben.

Weitere Substanzen, die Homöopathen einsetzen sind Arsen und Coffein. Das letzte wird insbesondere zur Bekämpfung von Schlaflosigkeit eingesetzt.

Die Homöopathen sind also gezwungen, einzuräumen, dass in ihren „Zubereitungen“ keinerlei wirkfähige Substanz enthalten ist. Angeblich wirke Homöopathie aufgrund eines quantenmechanischen Effekts der Wasser- und Zuckermoleküle. Sofern dieser Effekt aber tatsächlich existiert, muss die universitäre Physik mit ihren Überlegungen grundsätzlich falsch liegen. Bitte vergessen Sie nicht, dass mittlerweile zwei Drittel des Weltbruttosozialproduktes auf der Quantenmechanik basieren. Schon Ihr Computer wäre ohne Quantenmechanik nicht denkbar. Haben Homöopathen also Recht, dann ist das Funktionieren Ihres Computers ein unerklärliches Rätsel – das gilt übrigens für Solarzellen und die Gefährlichkeit von Atommüll nicht weniger.

Bitte beachten Sie, dass ich mir diese Geschichte nicht ausgedacht habe. Sie können diese Überlegungen in jedem Handbuch der Homöopathie nachlesen. Ich rate Ihnen aber dazu, den „Organon der Heilkunst“ von Samuel Hahnemann, also das Gründungsdokument der Homöopathie selbst zur Hand zu nehmen. Sie werden leicht feststellen, dass ich mit meiner Darstellung nicht über-, sondern eher noch untertrieben habe.

Insofern bitte ich Sie also eindringlich darum, Homöopathie nicht mit natürlichen Heilmitteln zu verwechseln. Wir können sehr viel von der Natur lernen und es würde mich nicht überraschen, wenn wir dort Lösungen für Geißeln wie Krebs oder HIV finden. Die Homöopathie ist dagegen, mit Verlaub, unwissenschaftlicher Nonsense und sollte von der gesetzlichen Krankenversicherung ebensowenig erstattet werden wie Seancen, Pendeln, Fernstreicheln oder Schamanentum. Wer sein eigenes Geld für einen
erwiesenermaßen wirklungslosen Aberglauben ausgeben will, soll das bitte tun, aber nicht unser Gesundheitssystem belasten – wie hoch das Einsparpotential auch immer sei.

Mit freundlichen Grüßen aus Darmstadt,
Kai Denker

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Des einen Leid, des anderen Freud

Angeblich soll ein Lobbyist der Content-Industrie gesagt haben:

Child pornography is great

Aber nicht, weil er selbst ein Pädo ist, sondern weil mit dieser Aktion Netzpolitik gemacht werden kann. Politiker verstünden zwar nichts vom Urheberrecht und vom Netz, aber von Kinderpornographie.

Ist es vielleicht so, dass wir die Hysterie um Kindesmissbrauch, die wir zeitweise erlebt haben (Damit ist nicht gemeint, dass Kindesmissbrauch nicht ein schreckliches Verbrechen ist, das ohne Wenn und Aber bestraft gehört, sondern dass die liebevolle Bearbeitung des Themas durch die Boulevard-Medien zu einer verzerrten Wahrnehmung der rückläufigen Fallzahlen geführt hat. Nochmal: Dass die katholische Kirche ein System zur Vertuschung von Straftaten aufgebaut zu haben scheint, ist eine Abscheulichkeit eigener Art.), nichts anderes als das Ergebnis einiger Spin-Doctoren ist, die eigentlich andere Ziele verfolgen?

Ich kann mir, neben dem Kindesmissbrauch selbst, nur wenig vorstellen, was scheußlicher ist, als das schlimme Schicksal anderer Menschen für die eigene politische Agenda zu missbrauchen. Wie kann ein Mensch, der Kinderpornographie für großartig hält, egal aus welchem Grund, morgens noch in den Spiegel schauen?

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