Philosophischer Fundamentalismus

Man lernt doch nie aus. Heute habe ich herausgefunden, dass vernünftiges und klares Denken, das auf die Möglichkeiten des Denkens überhaupt zu reflektieren sucht, fundamentalistisch ist:

Er: gut, verlassen wir in diesem gedankenspiel das universum… dan habe ich diese zwei möglichkeiten oder?

Ich: ich kann an diesem gedankenspiel nicht teilnehmen

Er: warum nicht?

Ich: weil ich mich nicht ohne universum denken kann. ich kann auch keinen raum außerhalb des raums überhaupt denken. vulgär: es gibt keinen ort, an dem man an keinem ort ist

Er: ^^ es ist für mich immer genau so ein vergnügen mit einem philosophischen fundamentalisten zu reden wie wie mit einem christlichen, danke für den erheiternden einstieg in den moregen

Wenn ich dann aber an den Begriff „Fundamentalphilosophie“ denke, dann verstehe ich den Vorwurf schon… auch wenn es dann ja eigentlich ein Lob ist!

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Wissen, das man nicht will

Wert der Fäkalien der Bevölkerung der Stadt Berlin im Jahr 1863 berechnet nach ihrem Düngemitteläquivalent:

1.693.237 Taler

Was man nicht so alles aufschnappt, wenn man für seine Abschlussprüfung in Technikgeschichte lernt…

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Die steigende Profitrate – Marx und die Krise des Kapitalismus

Dass die Umsätze von Pfandhäusern, Inkassofirmen, Sargmachern und Psychotherapeuten in Wirtschaftskrisen ansteigen, ist mittlerweile zum Gemeinplatz verkommen. Dass man aber den wirtschaftlichen Zustand auch an antiquarischen Büchern ablesen kann, habe ich heute festgestellt:

  • 2005, gerade einsetzendere Aufschwung. Lenin gesammelte Werke, 0,50€ pro Band.
  • 2008, Wirtschafts- und Finanzkrise, Marx-Engels-Gesamtausgabe, 2,00€ pro Band.

Vermutlich wird das noch weiter steigen. Ich sortiere jetzt jedenfalls die neuen Bücher in den Schrank, gleich unten bei Marx, Engels und Lenin.

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Unglaublicher Skandal in Meck-Pomm!

Queer.de berichtet, dass die SPD/CDU-Regierung in Meck-Pomm Lesben und Schwule im Beamtenrecht gleichgestellt hätte. Allerdings:

Von der Änderung des Beamtenbesoldungs- und -versorgungsrechts haben die drei Landtagsfraktionen weder den LSVD noch die Öffentlichkeit unterrichtet. Deshalb ist sie erst jetzt bekannt geworden.

Oh Göttin! Sie haben den LSVD nicht unterrichtet! Das ist doch mal ein ganz veritabler Skandal! Den LSVD nicht informiert! Ich bin wirklich sprachlos! Ich meine, okay, wenn man die ausführenden Ministerien nicht informiert hätte, dann könnte man diese Nachlässigkeit ja noch durchgehen lassen, aber den LSVD nicht zu informieren. Mir fehlen die Worte!

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Geld? Ja, aber bitte keine Verantwortung!

Ich mache mich zur Zeit in einem studentischen Gremium unbeliebt, das zumindest indirekt mit Steuermitteln hantiert. Ich setze mich derzeit für eine massive Verbesserung der Arbeitsstrukturen ein, um zuverlässiger, demokratischer und nachvollziehbarer zu arbeiten. Dazu ist es leider erforderlich, ein paar Regeln in der Arbeit einzuführen, damit wichtige Briefe nicht übersehen werden und so fort.

Naja, ich bin jetzt jedenfalls der Böse, denn die Arbeit soll ja Spaß machen. Der Steuerzahler hatte ja schon kein Spaß beim Bezahlen, da wollen wir wenigstens sie beim Ausgeben haben…?

Es tut mir ja sehr leid, aber wer sich in einen öffentliches Amt an einer Universität wählen lässt, der soll entweder seiner Verantwortung gerecht werden oder das Amt zurückgeben.

Ich wusste gar nicht, dass ich so konservativ sein kann!

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5%-Hürde für Minderheiten?

Die große Sex-Studie von ProSieben soll „nur“ einen Anteil von 1,8% Homosexueller Männer in der Gesamtbevölkerung ermittelt haben. Na prima. Dann brauchen wir den ganzen Kram wie Homo-Ehe, Anti-Diskriminierung und Menschenrechte gar nicht. Okok, vielleicht wenn es 5% gewesen wären, aber dass es nur 1,8% sind, zeigt doch ganz klar, dass es sich dabei nur um eine marginale Minderheit handelt und beweist, dass es sich dabei um eine Modeerscheinung handeln muss. Eine ernstzunehmende Gruppe ist das nicht und es schadet der Gesellschaft ganz sicher nicht, dieser kleinen Gruppe die Menschenrechte vorzuenthalten.

Also los, ihr durchgeknallten christlichen Scharfmacher, schnauzt doch wieder mal ein bisschen herum. 1,8% der Gesellschaft kann man ja problemlos in die Psychatrien unterm Kreuz bringen und so eine kleine Sünde schwitzt sich ja auch viel leichter aus, nicht wahr, Herr Meißner?

Man darf gespannt sein, wann das erste Hetzarschloch mit diesem (fragwürdigen) Ergebnis hausieren geht. Ich schätze, es dauert grob eine Woche. Und wahrscheinlich ist es mal wieder als erstes das Satiremagazin kreuz.net.

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Blogger recherchieren nicht – Journalisten auch nicht

Ein beliebter Vorwurf der etablierten Journalisten an die Blogosphäre ist ja, dass in dieser nicht recherchiert werden würde. Nun, das mag ja meistenteils sogar stimmen, aber leider gilt für die Journallie zunehmend, dass die größten Kritiker der Elche… Sie wissen schon… Zitieren wir SPON:

Ein Blick zurück. Vor 40 Jahren wurde der Paragraf 175, der Homosexualität als Straftat brandmarkte, endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

Der §175 StGB wurde 1994 gestrichen. Wir schreiben das Jahr 2008. Das sind 14 Jahre, nicht 40 Jahre. 1969 gab es aber eine Reform des §175, eine zweite folgte nur wenige Jahre später. Ein Blick in die Wikipedia hätte genügt…

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Offene Fragen des preußischen Landrechts (1794)

Auf der Suche nach der Strafvorschrift, die gleichgeschlechtliche Handlungen im preußischen Landrecht von 1794 mit Strafe bedroht, bin ich über eine Vorschrift gestolpert, die mich amüsiert hat:

§1115. Ferner diejenigen, welche unzüchtige oder der Hurerey wegen verdächtige Häuser besuchen, ohne daß ihr Beruf sie dazu veranlaßt.

Dieser Paragraph steht in einer Reihe mit anderen Vorschriften, die das eheliche Sexualleben staatlicherseits regeln wollen und betrifft, soweit ich sehe, vor allem den Ehebruch. Dass das Gesetz hierbei noch zwischen Männern und Frauen unterscheidet, ist zwar historisch richtig, aber ebensowenig überraschend.

Ich frage mich aber, welche Berufe jemanden dazu veranlassen könnten, „der Hurerey wegen verdächtige Häuser“ aufzusuchen. Die Frage ist eigentlich zu leicht, denn man denkt sofort an die Polizei, Beamte oder auch medizinisches Personal. Einfache Antworten auf einfach Fragen befriedigen mich aber nicht und also habe ich überlegt, welche Berufe man so erfinden könnte, um ohne staatliche Anerkennung (wie bei Beamten etwa) oder ohne langwierige Ausbildung (medizinische Fachkräfte) einen entsprechenden Beruf auszuüben. Ich meine keinen Beruf, der einen zufällig in ein Hurenhaus führt, wie es etwas einem Klempner geschehen könnte, wenn ein Kondom den Abfluss mal wieder verstopft. Ich meine Berufe, die einen wesentlich zu Huren führen.

Welchen Beruf hätte ein guter preußischer Bürger ausüben müssen, um gewohnheitsmäßig dort zu verkehren, ohne dass er dabei mit dem Gesetz in Konflikt käme? Vaginalschlosser? In besseren Häusern vielleicht doch auch Kürschner? Beischer? Hat noch jemand ne Idee?

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Nietzsche, der alte Nicht-Nazi…

Ein Freund wollte mal wieder über Nietzsche reden und stört sich an Nietzsche radikaler Rhetorik, die davon spreche, dass man missratene Menschen vernichten solle, dass der Übermensch sich erheben solle und so fort. Diese Debatte ist ja so alt wie die Nachlassfälscherei von Nietzsches Schwester und eigentlich ist es viel zu langweilig, darüber noch zu berichten.

Eigentlich. Eigentlich will ich aber auch gar nicht über meinen Bekannten und seine Nietzsche-Deutung reden. Ich habe ihn aber zum Anlass genommen, den Nietzsche wieder zur Hand zu nehmen und schmökerte gestern Abend etwas herum. Der Antichrist („Fluch auf das Christentum“) war meine Bettlektüre, die ich schon leicht alkoholisiert genoss, bevor ich schließlich in einen schweren Schlaf fiel.

Ich schlafe bei offenem Fenster und als heute morgen gegen 6:00 ein kleines Gewitter über Darmstadt stattfand, erwachte ich von einem besonders lauten Donner, dessen Blitz sich in großer Nähe ereignet haben musste. Ich muss gerade von Nietzsche geträumt haben, denn der Donner kam mir als Zorn Nietzsches zu Bewusstsein. Nicht als ein Ärger irgendeines Gottes, wie man im Klischee vielleicht vermuten könnte, sondern ich hatte zunächst tatsächlich den Eindruck, Nietzsche poltere von oben herab – kann man atheistischer sein?

PS: Mich amüsiert diese Episode insbesondere deshalb, da eine Freundin und Kommilitonin, die eine Prüfung zu Nietzsche vorbereitete, plötzlich nachts aus dem Schlaf hochschreckte innerlich ausrufend: „Wahhh! Nietzsche!“ – Offenbar hat Nietzsche nicht nur auf mich diese Wirkung…

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Straight Pride? Haben die nen Knall?

Queer.de berichtet über den im New Yorker Stadtteil Brooklyn geplanten „Straight Pride“. Da wollen also die Heten, die in der Jahrtausende langen Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung von queeren Menschen kein Menschheitsverbrechen sehen wollen, auf der Straße zeigen, wie stolz sie auf sich sind. Man möchte denen wünschen, die würden selbst mal so eine Verfolgung erleben!

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